Lenninger Tal

Es braucht offene Ohren

Hut ab vor der Entscheidung der drei Gemeinden Lenningen, Owen und Erkenbrechtsweiler, gemeinsam eine Wirtschafts- und Tourismusförderin einzustellen. Respekt gebührt ihnen nicht nur, weil sie sich die Stelle etwas kosten lassen, sondern auch, weil sie sich im Schulterschluss üben. Denn sowohl im Bereich Wirtschaft als auch im Tourismus lässt sich nur etwas reißen, wenn man in größeren Dimensionen denkt. Andere Regionen machen das vor. Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb zu sein, könnte bei Besuchern und Einheimischen noch viel stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

Die spannende Frage ist, was sich die Bürger im Lenninger Tal und auf der Albhochfläche wünschen. Dass sich auch unter der Woche Touristen anlocken lassen, zeigt der Unterlenninger Sulzburghof, der sich innerhalb kürzester Zeit allein durch sein Angebot zum „Hotspot“ entwickelt hat. Manch Einheimischer mag solchen Besuchermagneten reserviert gegenüberstehen. Das Beispiel zeigt aber auch, wie verschlungen Wirtschaft und Tourismus sind. Gastronomie schafft Arbeitsplätze, hat aber gleichzeitig mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Hält das Gaststättensterben im Tal an, sind nicht nur alle Bemühungen um Besucher zum Scheitern verurteilt, auch für die Einheimischen bricht ein Stück Lebensqualität weg, wenn nicht einmal mehr zu besonderen Anlässen der Besuch in der Gaststätte um die Ecke möglich ist. Zu hoffen ist, dass Eileen Gerstner in der Bevölkerung und bei Unternehmern auf offene Ohren stößt. Davon könnten das ganze Lenninger Tal und die Gemeinden auf der Albhochfläche profitieren.


Anzeige