Lenninger Tal

Esslinger Wirte ziehen jetzt an einem Strang

Der Streit ist geschlichtet: Das Zwiebelfest startet am Freitag, 7. August, auf dem Esslinger Marktplatz

„Wir haben einen Kompromiss gefunden“, sagt der Sprecher der Zwiebelfestwirte Frank Jehle und begrüßt bei der Vorstellung des Programms „herzlich“ die Besitzerin der Weinstube Eißele, Birgitt Dürr. Im Vorfeld hatte es Ärger um die Teilnahme des traditionsreichen gastronomischen Betriebes gegeben.

Esslingen. Nun ziehen alle Wirte an einem Strang, sodass die Gäste im Laubendorf auf dem Marktplatz ab 7. August elf Tage lang gemütlich ihr Viertele schlotzen und schwätzen können. Das Zwiebelfest habe sich im Esslinger Veranstaltungskalender etabliert und sei nach dem Weihnachts- und Mittelaltermarkt die zweitwichtigste Attraktion für Touristen, erklärte Frank Jehle bei einem Pressegespräch. Der Sprecher der Zwiebelfestwirte, die sich inzwischen in einer GmbH zusammengeschlossen haben, räumte ein, dass es in den vergangenen 29 Jahren auch einige negative Ereignisse gegeben hat. Vor Kurzem war die Veranstaltung erneut in die Schlagzeilen geraten. Der Grund: Die sieben Gastronomen wollten ohne die Weinstube Eißele am 7. August an den Start gehen, da es anscheinend Ärger mit dessen Wirt Oliver Brehmer gegeben hat. Das hatte Oberbürgermeister Jürgen Zieger auf den Plan gerufen. Er mischte sich mit der Ankündigung „Ohne Eißele kein Zwiebelfest“ ein.

„Wir haben nun intern die Dinge geregelt und einen Kompromiss gefunden“, betonte Jehle und hieß die Besitzerin der Weinstube Birgitt Dürr unter Applaus der anderen Gesellschafter als „kompetente Betreiberin“ in der Runde willkommen. Wie die personelle Ausstattung der Laube aussehe, ob Oliver Brehmer dann in der Küche steht, liege nicht in den Händen der anderen Wirte, meinte Frank Jehle salomonisch. Und überhaupt: Untereinander gebe es keine Querelen, alles werde demokratisch beschlossen.

Der Sprecher der Wirte betonte, dass mit Ulrike Wiedemann vom Hotel Rosenau und ihrer Tochter Julia nach dem Ausscheiden des Blauen Bocks ein weiterer bodenständiger Esslinger Familienbetrieb, der nun von der vierten Generation mitgeführt wird, mit an Bord sei. Kochen sei immer eine Leidenschaft der Familie gewesen, erzählte die Mutter und freute sich mit Birgitt Dürr auf ein schönes, elftägiges Zwiebelfest.

Man habe in der Vergangenheit viel experimentiert, es mit Musikbands und diversen anderen Veranstaltungen probiert, berichtete der Wirtesprecher. Inzwischen wisse man aber, dass sich viele Gäste einfach nur treffen, gemütlich ein Viertele schlotzen, die regionale Küche genießen und schwätzen wollten. Deshalb gehen die Veranstalter bei der 29. Auflage des Festes mit einem deutlich reduzierten Programm an den Start.

Apropos Speis und Trank: Diese haben laut Frank Jehle nun mal ihren Preis. Denn zum einen setze man auf Qualität. Zum anderen sei der Betrieb des Laubendorfes auf dem Marktplatz mit erheblichen Kosten verbunden.

Das 29. Esslinger Zwiebelfest wird am Freitag, 7. August, um 18 Uhr eröffnet. Ob Oberbürgermeister Jürgen Zieger nach dem Clinch zum traditionellen Fassanstich ins Laubendorf kommt, kann Frank Jehle, Sprecher der Wirte, noch nicht sagen. Nur so viel: Auf die offizielle Einladung habe es bisher weder eine Zusage noch eine Absage gegeben.

Zur Tradition gehört es, dass ein Prominenter auf die Waage steigt und für einen guten Zweck mit Zwiebeln aufgewogen wird. In diesem Jahr wirft Guido Wolf, CDU-Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl im kommenden Frühjahr, sein ganzes Gewicht in die Waagschale.

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