Lenninger Tal

Fehlalarme machen zu schaffen

Hauptversammlung Lenninger Feuerwehr zieht Bilanz

Michael Eberle (links) und Michael Schlecht (rechts) ehren Thomas Diez für 25 Jahre aktiven Dienst in der Lenninger Wehr.Foto: D
Michael Eberle (links) und Michael Schlecht (rechts) ehren Thomas Diez für 25 Jahre aktiven Dienst in der Lenninger Wehr.Foto: Daniela Haußmann

Lenningen. Die Freiwillige Feuerwehr in Lenningen wird zwischen 2018 und 2025 einige Fahrzeuge ersetzen müssen. „Das Löschfahrzeug LF 8 der Abteilung Schopfloch ist mit ein paar Reparaturen noch durch die Hauptuntersuchung gekommen“, berichtet Michael Eberle. „Aber der TÜV hat uns signalisiert, dass das beim nächstem Mal nicht der Fall sein wird.“ Das 25 Jahre alte Fahrzeug weist dem Lenninger Feuerwehrkommandanten zufolge erhebliche Rostschäden auf. „Kommendes Jahr wollen wir es deshalb durch einen Mannschaftstransportwagen mit Anhänger ersetzen. Wir rechnen mit Kosten in Höhe von rund 70 000 Euro“, teilt Michael Eberle bei der Jahreshauptversammlung mit.

37 Mal rückten die 119 Kameraden 2016 aus. Insgesamt verbrachten die Abteilungen Brucken, Lenningen, Gutenberg und Schopfloch damit 406 Stunden und 49 Minuten im Einsatz. Zehn Mal mussten die Rettungskräfte wegen Fehlalarms zur Flüchtlingsunterkunft in der Höllochstraße ausrücken. „Den Bewohnern der Unterkunft kann kein Vorwurf gemacht werden“, betont Michael Eberle. „Ursache sind bauliche Mängel.“

„Schon vor Wochen haben wir das Landratsamt aufgefordert, aktiv zu werden. Jetzt liegt ein Gesprächstermin für Mitte April vor. Aber aus meiner Sicht räumt die Kreisverwaltung dem Problem nicht die gebotene Priorität ein“, kritisiert Bürgermeister Michael Schlecht. Das gehe zulasten der Feuerwehrleute, die trotzdem gezwungen sind, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, um in die Höllochstraße auszurücken. Immerhin konnte er berichteten, dass bald die neue Einsatzkleidung im Wert von 40 000 Euro eintreffen wird.

Im abgelaufenen Einsatzjahr besuchten 27 Feuerwehrleute verschiedene Lehrgänge, beispielsweise im Bereich Atemschutz, Absturzsicherung, Sprechfunk oder Türöffnung. Für Michael Schlecht besitzt die Freiwillige Feuerwehr Lenningen damit einen hohen Ausbildungsstand, von dem im Ernstfall auch der Bürger profitiert.

In monatelanger Arbeit haben die Floriansjünger einen Hochwassereinsatzplan ausgearbeitet. „Damit sind wir die Ersten im Kreis“, berichtet Michael Eberle. Doch auf diesen Lorbeeren will sich Schlecht nicht ausruhen. Der Verwaltungschef möchte dem Einsatzplan bei einer Großschadensübung im kommenden Jahr Leben einhauchen und mit den Rettungsorganisationen der umliegenden Kommunen den Ernstfall proben. Das verabschiedete Fahrzeugkonzept ist laut Schlecht im Finanzplan berücksichtigt worden. „Aber das heißt nicht, dass es eins zu eins so kommt. Hier und da wird es bis 2025 Veränderungen geben, beispielsweise auch bei den Fahrzeugnormen“, gibt der Rathauschef zu bedenken.

Die Jugendfeuerwehr ist mit 34 Mitgliedern aus Sicht von Clemens Löw gut aufgestellt. In Gutenberg gibt es nur fünf Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Deshalb kommt der Gutenberger Nachwuchs regelmäßig nach Lenningen, um mit der dortigen Jugendfeuerwehr zu trainieren. Eine Lösung, die Roland Schultheiß lobt. Der stellvertretende Kreisbrandmeister bescheinigt auch eine hervorragende Arbeit in der Alterswehr, die nach Angaben von Hans Pauer derzeit 36 Mitglieder umfasst. Ein großes Thema war die Umwandlung der Esslinger Leitstelle in eine integrierte Leitstelle. Dort werden künftig DRK und Feuerwehr zusammenarbeiten. „Die Umstellung hat eine neue Alarm- und Ausrückeordnung erforderlich gemacht“, berichtet Michael Eberle und erklärt: „Dadurch können bei einem Brand oder medizinischen Notfall schnell und gezielt diejenigen Einsatzkräfte alarmiert werden, die am besten helfen können und am schnellsten vor Ort sind.“ Geehrt wurden: Thomas Diez für 25 Jahre und Gunter Kurz für 40 Jahre aktiven Dienst. Daniela Haußmann

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