Lenninger Tal

Feuerwehr für den Alltag der Familie

Hilfe Kochen, Waschen Einkaufen: Familienpflegerinnen des katholischen Dekanats helfen in Notsituationen ganz praktisch.

Glückliche Gesichter bei der Familie Austen.Foto: pr
Glückliche Gesichter bei der Familie Austen.Foto: pr

Lenningen. Ihr Einsatzbereich ist die Familie. Sie kommen, wenn’s klemmt. Familienpflegerinnen im katholischen Dekanat Esslingen-Nürtingen unterstützen Familien im Notfall, wenn ein Elternteil krank wird, eine Risikoschwangerschaft vorliegt oder bei Mehrlingsgeburten. Dann versorgen und pflegen die Fachkräfte die Kinder, kaufen ein, kochen, waschen und putzen, wie bei der jungen Familie Austen aus Oberlenningen.

Lena und Marco Austen freuten sich mit der dreijährigen Tochter Katja auf weiteren Nachwuchs. Es kündigten sich Zwillinge an, eine Risikoschwangerschaft folgte, aber der selbstständige Familienvater musste arbeiten. In dieser Phase brauchten sie dringend Unterstützung. Die älteste Tochter und der Haushalt wollten versorgt werden. Inzwischen sind Nora und Elisa fünf Monate alt. Als „eine Mischung aus Stress und Glück“, empfindet heute die 30-jährige Mutter ihren 24-Stunden-Job mit drei Kindern.

Das sind typische Fälle der katholischen Familienpflegerinnen. Einsatzleiterin Bettina Betzner koordiniert insgesamt 25 ausgebildete Mitarbeiterinnen und vergleicht den Dienst, der seit 1977 angeboten wird, mit dem Einsatz der Feuerwehr. Wenn Hilfe notwendig ist, wird nicht lange gefackelt. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über den ganzen Landkreis Esslingen. Inzwischen gibt es allerdings Wartelisten. Auch hier macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar.

„Es sind Künstlerinnen im Improvisieren“, weiß Bettina Betzner, die von Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Liebe zum Menschen als wesentliche Voraussetzung für den Beruf spricht. Die in Pädagogik, Pflege und Hauswirtschaft Versierten werden auch an Brennpunkten eingesetzt. Wenn ein Elternteil Krebs hat, die Familie sozial isoliert ist, Eltern psychisch erkrankt sind, dann sorgen die Familienexpertinnen für ein geregeltes Alltagsleben, kochen für die Kinder, machen Hausaufgaben, spielen mit ihnen und haben ein offenes Ohr, wenn mal der Schuh drückt. Wichtig ist, dass Familien, egal welcher Konfession, wissen, wohin sie sich wenden können. Für überforderte Eltern gibt es das Haushalts Organisations-Training. Neue Strukturen werden geübt und Ideen entwickelt, wie die Anforderungen im Alltag leichter gelingen. pm

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