Lenninger Tal

Filipinos böllern am schönsten

Organisatoren ziehen eine fast euphorische Bilanz

Der Samstag sei der beste Festivaltag in der Geschichte der „Flammenden Sterne“ gewesen, berichtet Organisator Jürgen Wünsche: ein entspannter Sommerabend, dazu ein farbenfrohes Feuerwerk von den Philippinen, das am Ende als Sieger aus dem dreitägigen Wettstreit der Pyrotechniker hervorging.

Ostfildern. „Drei Kontinente, drei Kulturen und drei sehr unterschiedliche Feuerwerke“, lautete die Devise der 13. Auflage der „Flammenden Sterne“. Bei Bilderbuchwetter waren laut Jürgen Wünsche, Geschäftsführer der Gesellschaft für Marketing und Presseservice, am Freitag 15 000 und am Samstag 30 000 Besucher gekommen. Am Sonntag wollten sich trotz Regens rund 10 000 Feuerwerk-Fans den brasilianischen Beitrag nicht entgehen lassen.

Doch dieser litt etwas unter der Nässe. Dadurch sei es zu starker Rauchentwicklung gekommen, und die feurigen Bilder, die „Fireworks do Brasil“ an den nächtlichen Himmel zauberten, brillierten nicht so richtig, meint Wünsche. Außerdem sei die Musik „gewöhnungsbedürftig“ gewesen. Bei Brasilien erwarte man eigentlich heiße Samba-Rhythmen, doch die Pyrotechniker setzten auf unbekannte Folklore-Klänge.

Dennoch sei die Entscheidung der siebenköpfigen Jury eng ausgefallen. „Dragon Fireworks“ von den Philippinen wurden schließlich mit einem stimmigen, farbenfrohen Gesamtkunstwerk zur Musik der britischen Pop-Rock-Gruppe Coldplay zum Sieger des Festivals gekürt. Die italienischen Pyrotechniker mussten hingegen mit ihrer großen Opern-Inszenierung mit dem letzten Platz vorliebnehmen. Ihre Technik sei veraltet, sagt Wünsche. Vor 25 Jahren hätte die Familie Panzera wohl noch mit großem Abstand gewonnen.

Für den Organisator war der Samstag der beste Festivaltag in der 13-jährigen Geschichte. Die „Decken- und Klappstuhlfraktion“, die sich einen Platz auf dem Gelände reserviere, werde zwar immer größer. Doch das mache ja gerade das besondere Flair aus. Auf Sicherheit wird viel Wert gelegt. So mussten die Besucher an den Eingängen einzeln Schleusen passieren und Taschen und Rücksäcke wurden auf Glasflaschen durchsucht. Dadurch kam es zwar besonders am Samstag kurzfristig zu langen Warteschlangen. „Bei solchen Großveranstaltungen, und das in einem Wohngebiet ohne entsprechende Infrastruktur, muss man halt gewisse Einschränkungen hinnehmen“, meint Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay mit Blick auf die Massen, die sich durch den Scharnhauser Park schoben.

Am Freitag und Samstag tauchte aufgrund des zeitweisen Ansturms auf die Toiletten ein Problem mit dem Wasserdruck auf, sodass Kabinen geschlossen wurden. Die Leitung habe einen zu geringen Durchmesser gehabt, erläutert Wünsche. Man arbeite an einer technischen Lösung für das nächste Jahr.

Kurz vor dem Feuerwerk am Samstag hatten die Moderatoren es bereits verkündet: Aufgrund eines tödlichen Unfalls auf der Autobahn A 8 (wir berichteten) war die Einfahrt bei Neuhausen gesperrt worden. Laut Polizeisprecher Michael Schaal kam es daher zu „Störungen in größerer Dimension“, als die Festivalbesucher nach Hause fahren wollten. Ansonsten hätten sich die Staus jedoch im üblichen Rahmen bewegt. „Immer mehr nutzen das Kombiticket und steigen auf den öffentlichen Nahverkehr um“, hat Bolay beobachtet. Zum zweiten Mal gab es an den beiden Stadtbahn-Haltestellen ein Bahnsteigmanagement. Harald Kaffenberger, Einsatzleiter der SSB, lenkte zusammen mit bis zu 14 Kollegen die Besucherströme in geregelte Bahnen.

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