Lenninger Tal

Finanzen in ruhigem Fahrwasser

Haushalt Lenningens Kämmerer Rudolf Mayer vermeldet in seinem Zwischenbericht positive Zahlen.

Lenningen. Zum Halbjahr befindet sich die Gemeinde Lenningen, was die Finanzen betrifft, auf einem guten Weg: Das geht aus dem Zwischenbericht hervor, den der Kämmerer Rudolf Mayer dem Gemeinderat präsentiert hat. Ein größeres Plus mit 160 000 Euro erwartet er insbesondere bei den Schlüsselzuweisungen. Bemerkbar machen sich dabei die gestiegenen Einwohnerzahlen. Das Statistische Landesamt war von 8 150 ausgegangen. Tatsächlich lebten in Lenningen zum Stichtag 30. Juni 2017 aber 100 Einwohner mehr. Um rund 40 000 Euro liegen die Einnahmen beim Einkommensteueranteil höher als erwartet. Unterm Strich erwirtschaftet der laufende Haushalt voraussichtlich mehr als die angenommenen 371 000 Euro. Ein Einnahmeplus beschert der Gemeinde auch ein noch nicht im Etat verankerter Landeszuschuss für die Sanierung der Ortsmitte Oberlenningen in Höhe von 500 000 Euro.

Erheblich mehr Geld als vorgesehen muss die Gemeinde jedoch in den Ausbau der Kinderbetreuung stecken: Die Ausgaben für Planung und Kauf der Behelfsbauten am Kindergarten in Brucken belaufen sich auf rund eine Million Euro. Weil andere Vorhaben verschoben werden, fließen 2018 indes nicht alle eingeplanten Mittel ab. Rudolf Mayer nimmt deshalb an, dass das Finanzpolster nicht, wie noch zum Jahresanfang angenommen, um eine Million Euro abgeschmolzen werden muss.

Gemeinde muss investieren

Mit einem ausgeglichenen Ergebnis schließt der Eigenbetrieb Wasserversorgung 2017 ab. Positiv vermeldete Rudolf Mayer, dass die Zahl der Rohrbrüche auf 27 gesunken ist. 2016 mussten noch 42 Lecks im Rohrnetz geschlossen werden. Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf stieg von knapp 123 auf gut 127 Liter. Rudolf Mayer sprach deshalb von einem „tollen Erlös“. Große Investitionen in das Leitungsnetz kommen erst in den nächsten Jahren auf Lenningen zu: Saniert werden Heerweg und Engelhofstraße samt Untergrund. Außerdem ist die Gemeinde in die Planung zur Sanierung der Bruckener Ortsdurchfahrt eingestiegen. Noch in diesem Sommer wird die Hohe Steige in Oberlenningen in Angriff genommen. „Wir müssen abwägen zwischen dem, was wir machen müssen und dem, was wir dem Gebührenzahler zumuten können“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht. Wenn die Preise im Tiefbau anhielten, reiche es jedoch hinten und vorne nicht, was die Gemeinde an Ausgaben eingeplant habe. Auf Nachfrage von Gemeinderat Karl Boßler erklärte Rudolf Mayer, die Kalkgrabenquelle liefere außerordentlich gutes Wasser, dagegen sei die Rotlehenquelle empfindlicher und viel außer Betrieb gewesen.Anke Kirsammer

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