Lenninger Tal

Firmen werben um die Azubis von morgen

Zweite Ausbildungsmesse in der Owener Teckhalle mit breitem Spektrum an Betrieben

Etwas mehr Resonanz hätten sich die Veranstalter der Ausbildungsmesse im Lenninger Tal vonseiten der Jugendlichen sicher erhofft. Wer in die Owener Teckhalle gekommen war, hatte jedoch meist ein konkretes Interesse an einer Ausbildung. Entsprechend intensiv fielen die Gespräche aus.

Jede Menge Infos über Inhalte und Dauer verschiedener Ausbildungsgänge gaben die zahlreichen Firmenvertreter an jugendliche Inte
Jede Menge Infos über Inhalte und Dauer verschiedener Ausbildungsgänge gaben die zahlreichen Firmenvertreter an jugendliche Interessenten und deren Eltern in der Owener Teckhalle weiter. Auch ein kostenloser Check von Bewerbungsmappen gehörte zum Angebot.Fotos: Markus Brändli

Owen. Dass die zweite, vom Owener Handels- und Gewerbeverein auf die Beine gestellte, Ausbildungsmesse kein Straßenfeger war, lag nicht an der mangelnden Attraktivität, sondern an der Hitze, die sich lähmend über das Lenninger Tal gelegt hatte. Mehr als 20 Betriebe nutzten die Gelegenheit, um sich potenziellen Auszubildenden zu präsentieren. Um den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen, boten an den meisten Ständen Azubis an, von ihren Erfahrungen zu berichten. Die Bandbreite der vertretenen Berufe reichte von A  wie Altenpflegerin über B wie Bautechniker/Bauzeichner bis Z wie Zimmermann.

Rainer Bidlingmaier, Inhaber der Ausbildungsplattform aus Notzingen, gab Eltern und Schülern unter der Überschrift „Anforderungen und Erwartungen der Ausbildungsbetriebe“ von der Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch nützliche Tipps an die Hand. „Sie müssen sich immer vor Augen halten, Sie sind nicht der einzige Bewerber“, gab er zu bedenken. Wichtig seien deshalb auch Eigenheiten, durch die man sich von den Mitbewerbern abhebe. Den ersten Eindruck vor dem Vorstellungsgespräch bekomme der Arbeitgeber unter Umständen schon beim Blick durchs Fenster, der zeigt, wie sich ein Ankömmling benimmt. Nach Rauch riechende Bewerbungsunterlagen landeten häufig bereits auf den B-Stapel.

An den Ständen wurden die Jugendlichen ihre Fragen los: „Wie lange dauert die Ausbildung?“, „wo ist die Berufsschule?“, „wie hoch ist der Verdienst?“, „kann ich bei Ihnen ein Praktikum machen?“ und „wie sieht es mit den Perspektiven nach der Ausbildung aus?“, wollten viele Schüler wissen. Bei Zimmerei-Holzbau Rebmann aus Owen testeten Interessenten, ob sie mit ihren donnernden Hammerschlägen zum „Hartholzspalter“ oder gar zum „Hero“ taugen. Entsprechend der Aufnahmeprüfung fürs erste Lehrjahr von Anlagenmechanikern für Heizung, Sanitär und Klima hatte die in Oberlenningen ansässige Firma Roland Hartmann verkupferte Stahldrähte bereitgelegt, aus denen nach einer Vorlage ein Hammer gebogen werden konnte. „Eine Gruppe von Flüchtlingen war vorhin da. Auch ihnen gegenüber sind wir aufgeschlossen“, sagte Mitinhaberin Katrin Hartmann.

„Viele sind überrascht, dass jetzt schon das Auswahlverfahren für 2016 läuft“, so Melanie Schmid, Personalbetreuerin von Festool. Im Juni habe das Unternehmen mit den Ausbildungsstandorten in Neidlingen und Wendlingen begonnen, Stellen auszuschreiben. „Wenn geeignete Bewerber dabei sind, werden die Stellen jetzt schon besetzt“, erklärte Melanie Schmid.

„Wir sind immer auf der Suche nach jungen, motivierten, teamfähigen Leuten“, sagte Yvonne Daubner von der Personalabteilung der BTS Spedition in Owen. Der Betrieb bildet Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen, Berufskraftfahrer sowie Fachkräfte für Lagerlogistik aus und bietet ein duales Studium in Logistikmanagement an. Dem etwas geringeren Besucherandrang konnte sie auch etwas Positives abgewinnen: „Heute kommen Leute, die wirklich auf der Suche sind, deshalb sind die Gespräche umso intensiver.“ Sie stellte insbesondere für junge Leute aus der Umgebung Owen als attraktiven Standort dar: „Hier kann man eine gute Ausbildung machen und das gleiche Geld verdienen wie in großen Firmen.“ Mehr Freizeit sei der große Pluspunkt, den die Wohnortnähe mit sich bringt.

Ausbildungsmesse in Owen Teckhalle
Ausbildungsmesse in Owen Teckhalle
Ausbildungsmesse in Owen Teckhalle
Ausbildungsmesse in Owen Teckhalle

„Hobbys sind ein Baustein“NAchgefragt

ReinerBidlingmaier
ReinerBidlingmaier

Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, um sich für eine Ausbildungsstelle zu bewerben?

Welche Zeugnisse wollen Ausbilder sehen?

Unabhängig von den Noten: Worauf legen Ausbilder noch Wert?

Inwieweit sind auch Hobbys ausschlaggebend für die Auswahl von Bewerbern?

Ist es heutzutage noch üblich, sich mit einer Mappe zu bewerben oder bevorzugen Betriebe die elektronische Variante?

Welche Gedanken sollten sich Schüler machen, bevor sie sich um eine Ausbildungsstelle bewerben?

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