Lenninger Tal

Freie Fahrt auf neuer Straße

Straßensanierung bringt Schlattstaller Bürger nicht aus der Ruhe – Doch keine mehrtägige Vollsperrung

Auf der Zufahrtsstraße nach Schlattstall wird derzeit viel Baumaterial bewegt. Die Kreisstraße 1245 wird bis zur Wendeschleife bei der Gaststätte Hirsch erneuert. Eine mehrtägige Vollsperrung wird es trotz Bauarbeiten nicht geben.

Baustellen sorgen für Behinderungen, gerade in einem Ort, in den nur eine Straße führt, die in einer Sackgasse endet. In einer V
Baustellen sorgen für Behinderungen, gerade in einem Ort, in den nur eine Straße führt, die in einer Sackgasse endet. In einer Versammlung haben die Bürger Schlattstalls Lösungen für die Beeinträchtigungen gefunden, die mit der Sanierung ihrer Zufahrtsstraße einhergehen.Foto: Daniela Haußmann

Lenningen. Der alte Asphaltbelag wurde auf der Kreisstraße 1245 vor Kurzem vollständig abgefräst. Am Montag begannen die Arbeiter mit dem Einbau des neuen Belags. Der soll aller Voraussicht nach bis Mittwoch die komplette Zufahrtsstraße bedecken, sodass Fahrzeuge die kurze Wegstrecke wieder ungehindert passieren können.

Ursprünglich sollte die Kreisstraße 1245 während des Asphalteinbaus vom 2. bis zum 4. Mai gesperrt werden, wie Clemens Frank berichtet. Demnach hätten die Schlattstaller ihre Fahrzeuge am Sonntagabend bei der Kläranlage abstellen müssen. „Aber in einer Bürgerversammlung haben wir uns mit den Verantwortlichen beraten und konnten erreichen, dass die Straße nur vom 3. bis zum 4. Mai gesperrt ist“, so der Anwohner. Als Barbara Streicher erfuhr, dass die Zufahrtsstraße mehrere Tage voll gesperrt werden soll, konnte sie zunächst nicht glauben, was sie hörte.

„Schlattstall liegt praktisch in einem Kessel, in den eine Sackgasse führt“, betont sie. „Wird die gleich mehrere Tage voll gesperrt, kommt die Frage auf, was passiert, wenn medizinische Notfälle eintreten oder ein Haus brennt.“ Dank der Bürgerversammlung werde nun vor dem 3. Mai ein Einsatzfahrzeug der örtlichen Feuerwehr in dem kleinen Lenninger Teilort geparkt. Und falls jemand medizinische Hilfe benötigt, soll, laut Clemens Frank, „ein Rettungshubschrauber verständigt werden.“ Für die Zeit der Asphalteinbaus wurde für Barbara Streicher so ein guter Kompromiss gefunden.

Das findet auch eine 72-jährige Schlattstallerin, die anonym bleiben will. „Die Verantwortlichen beim Landratsamt sind sehr bemüht und entgegenkommend“, findet die Frau, die seit 40 Jahren in dem beschaulichen Ort lebt. Für ältere Menschen und insbesondere für Einwohner mit Behinderung wäre es ihrer Ansicht nach schwierig gewesen, drei Tage lang mobil zu bleiben, wenn das Auto an der Kläranlage steht. „Aber selbst wenn dieser Fall eingetreten wäre“, da ist sich die 72-Jährige sicher, „hätte sich eine Lösung finden lassen, denn in Schlattstall halten alle zusammen. Das Hochwasser 1994 haben wir auch überstanden, also überstehen wir auch die Baustelle.“ Ein wenig Sorge bereitet ihr nur die Tatsache, dass die Bushaltestelle „Etterstraße“ von den Bussen der Linie 177 während der Baumaßnahme nicht angefahren werden kann. „Die Schüler müssen jetzt auf die Haltestelle ‚Abzweig Schlattstall‘ an er Bundesstraße 465 ausweichen“, berichtet sie. „Ich hoffe, dass den Kindern an der stark frequentierten Straße nichts passiert.“

Tatjana Bem hat vorgesorgt. Sie hat groß eingekauft. „Am Donnerstag feiern wir eine Hochzeit“, erzählt sie. „Man weiß ja nicht, ob die Bauarbeiten tatsächlich pünktlich zum Abschluss kommen und die Straße doch länger gesperrt ist.“ Um die Einkäufe nicht von der Kläranlage bis zum Wohnhaus tragen zu müssen, hat sie die Besorgungen früher erledigt. Orhan Tzafer bleibt trotz Baustelle entspannt. Schließlich wolle jeder, der Auto fährt, auch eine gut befahrbare Straße, und auf die während der Arbeiten auftretenden Behinderungen könne sich jeder einstellen. „Und Eltern können ihre Kinder auch zur Bushaltestelle begleiten“, sagt er. „Ich denke, das ist alles eine Frage der Organisation.“

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