Lenninger Tal

Freizeit ohne Schlips und Zwang

Tourismus Auf dem Westerheimer Campingplatz bereitet man sich auf die Hauptsaison vor. Die über 700 Camper kommen meist aus Stuttgart. Von Heike Siegemund

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Der Campingplatz in Westerheim ist startklar für die Hauptsaison: Die Sanitäranlagen wurden renoviert, auf Vordermann gebracht wurden auch die drei Schwimmbecken im Freibadbereich des Campingplatzes auf der Schwäbischen Alb. Mit sichtlichem Stolz spaziert Betriebsleiter Elmar Thanner über den Platz und grüßt hier und da die Campinggäste. Man kennt sich hier oben im „Alb Camping“. Als Außenstehender gewinnt man den Eindruck: Dieser 20 Hektar große Campingplatz ist ein Städtchen für sich.

Momentan sind von den knapp 1 000 Stellplätzen über 700 von Dauercampern belegt. „Die meisten von ihnen kommen aus dem Großraum Stuttgart, aber auch zum Beispiel aus der Ulmer Ecke, aus Würzburg, Blaubeuren oder Laichingen“, informiert Elmar Thanner. Viele seiner Gäste seien 300 Tage und mehr im Jahr in Westerheim in ihren Wohnwagen und -mobilen anzutreffen. Zu den Dauercampern, die fast jeden Tag hier sind, gehört beispielsweise Manfred Richter aus Westerheim. Seit 17 Jahren schätzt der 73-Jährige am Camperleben in Westerheim „die frische Luft, die Ruhe und die Freiheit“. Auch Michael Köber aus Eislingen darf sich seit drei Jahren zu den Dauercampern im „Alb Camping“ zählen. Zusammen mit seiner Frau verbringt er in seinem Wohnwagen mit Vorzelt und Terrasse meist die Wochenenden in Westerheim. „Hier kann man ungezwungen sein und muss sich nicht wie im Hotel zum Essen einen Schlips umbinden“, sagt der 68-Jährige schmunzelnd.

Elmar Thanner unterhält sich gerne mit seinen Gästen. „Ich bin viel auf dem Platz unterwegs. Es ist wichtig, immer ein offenes Ohr für die Leute zu haben“, betont der Betriebsleiter. Beim Rundgang über den Campingplatz geht es auch vorbei an einem großen Spielplatz, an den Bungalows und Ferienwohnungen, die das „Alb Camping“-Team an seine Gäste vermietet, und an den drei Schlaffässern, die im Juni vergangenen Jahres angeschafft wurden. Solche Fässer gibt es übrigens auch auf dem Campingplatz in Aichelberg (der Teckbote berichtete) - sowohl in Westerheim als auch in Aichelberg erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Drei Stück der Finkota-Holzfässer, in denen jeweils bis zu vier Personen übernachten können, stehen auf dem Westerheimer Campingplatz für Besucher bereit.

In den urigen Fässern mit einem Durchmesser von jeweils 2,30 Metern und einer Länge von 4,30 Metern duftet es intensiv nach Holz. Im hinteren Teil befindet sich ein Doppelbett; im vorderen Bereich gibt es einen ausziehbaren Tisch und zwei Sitzbänke, die zu Betten umfunktioniert werden können. Die Fässer verfügen über Strom, Licht, eine Infrarotheizung und Stauraum. Die meisten Gäste verbringen in den Fässern zwei, drei Nächte, weiß der Betriebsleiter. „Es gab aber auch schon Leute, die zehn Nächte dort geschlafen haben.“ Eine Attraktion seien die Fässer auch in den Wintermonaten, etwa über Silvester. Und Elmar Thanner wagte im Januar bei minus 15 Grad eine Nacht lang einen Selbstversuch: Es sei nicht zu kalt gewesen, betont er.

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, den Gästen mit den Holzfässern eine weitere Attraktion zu bieten, betont der Betriebsleiter. Schließlich kämen mittlerweile immer mehr Menschen ohne Wohnwagen auf den Campingplatz. Das „Glamping“, also das anspruchsvollere Campen, liege im Trend.

Noch sind die Schwimmbecken des Westerheimer Campingplatzes nicht in Betrieb, doch spätestens an Pfingsten können Wasserratten w
Noch sind die Schwimmbecken des Westerheimer Campingplatzes nicht in Betrieb, doch spätestens an Pfingsten können Wasserratten wieder ihre Bahnen ziehen.Fotos: Heike Siegemund
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