Lenninger Tal

Frische Farbe für den Bahnhof

Renovierung Der Zahn der Zeit nagt unaufhaltsam an dem markanten Gebäude. Damit es weiterhin ein Schmuckstück bleibt, rücken die Maler an. Von Iris Häfner

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Foto: Mirko Lehnen

Fast 20 Jahre ist es her, dass der Bahnhof in Owen in neuem Glanz erstrahlte. „Man rechnet alle 10 bis 15 Jahre mit einem neuen Anstrich“, erklärte Architekt Matthias Grzimek dem Gemeinderat. Vor allem die Holzverschalung der ehemaligen Güterschuppen, die jetzt als Vereinsraum von der Stadtkapelle und Warteraum für Fahrgäste genutzt werden, haben aus seiner Sicht frische Farbe nötig.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Teckbahn 1999 wurde der Bahnhof runderneuert. „Bei der Einweihung der Strecke 1899 ist der württembergische König hier ausgestiegen“, weiß der Architekt. Beim Farbkonzept wurde den Architekten vor rund 20 Jahren vom Landesdenkmalamt freie Hand gelassen, denn nach der langen Zeit fanden die Spezialisten keinen Anhaltspunkt mehr über den ursprünglichen Farbton des Gebäudes. So kam der Bahnhof zu seinem heutigen Aussehen, das jetzt aufgefrischt werden soll.

Mit dem Verputzen des Hauptbaus, den Gerüstarbeiten und der Fenster samt Klappläden entstehen Kosten von rund 70 000 Euro. Dies erschien einigen Stadträten recht teuer. „Das Bahnhofsgebäude ist mit einem normalen oder neueren Haus nicht zu vergleichen“, erklärte Bürgermeisterin Verena Grötzinger. Ein denkmalgeschützter, repräsentativer Bau sei kostspieliger und ein Stück weit auch eine Herausforderung. Die Renovierung muss sich aus ihrer Sicht die Stadt Owen jedoch leisten können. „Wir haben keinen Sanierungsstau, und das Geld ist im Haushalt eingestellt. Die Finanzierung ist also gesichert“, sagte sie im Blick auf die Bestandssicherung.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sprach sich Ulrich Raichle für die Sanierungsarbeiten aus. „Das ist ein repräsentatives Gebäude, das für Owen etwas darstellt“, sagte er. Schließlich ist es das erste Gebäude, das dem Zugreisenden beim Aussteigen ins Auge fällt. Michael Roth hatte „für das gefährdete Exponat“ einen besonderen Wunsch: Ein Holzanstrich, von dem sich ohne großartigen Aufwand Graffiti leicht entfernen lassen. Er weiß, wovon er spricht, denn er war schon bei entsprechenden Reinigungsaktionen des Musikvereins mit dabei. „Ob das hundertprozentig funktioniert, weiß ich nicht. Holz muss atmen können, weshalb es diffusionsoffene Farben braucht“, sagte der Architekt. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung sprach sich die Mehrheit für den Anstrich aus.

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