Lenninger Tal

Heizungen sind in die Jahre gekommen

Modernisierung Einige Kessel in den öffentlichen Gebäuden im Owener Oberstädtle haben ein kritisches Alter erreicht und müssen ersetzt werden. Der Gemeinderat entscheidet sich für einzelne Gasbrenner. Von Iris Häfner

Die städtischen Gebäude im Oberstädtle in Owen brauchen neue Heizungsanlagen. Foto: Jean-Luc Jacques
Die städtischen Gebäude im Oberstädtle in Owen brauchen neue Heizungsanlagen. Foto: Jean-Luc Jacques

Das Thema Energie treibt so ziemlich jeden um. Egal ob Häuslesbesitzer oder Mieter, die Kosten dafür betreffen jeden. So auch die Stadt Owen. Schon im April 2016 wurde dem Gemeinderat das energetische Quartierskonzept für das Oberstädtle vorgestellt. Damals fasste das Gremium den Grundsatzbeschluss, die städtischen Gebäude mit Gas zu versorgen. Zu prüfen war, ob zentral mit einem städtischen Nahwärmenetz günstiger ist oder dezentral. „Im Jahr 2016 bekamen wir eine Absage beim Förderprogramm Klimaschutz mit System und auch bei einem neu aufgelegten Programm wurden wir nicht berücksichtigt“, sagte Bürgermeisterin Verena Grötzinger. Deshalb wurde die Wirtschaftlichkeit der Heizmöglichkeiten mittels konkreter Angebote der Netze BW überprüft.

Michael Metzger von der Ingenieursgesellschaft EFG erinnerte nochmals an die Historie. „Es stand auch eine Biogasanlage im Raum“, erklärte er. Diese Idee wird jedoch nicht weiterverfolgt. Dem Ingenieur machen vor allem die alten Heizkessel große Sorgen. „Die können jederzeit kaputtgehen - ein Kessel ist zwischenzeitlich schon von uns gegangen“, sagte er und hatte für diese Formulierung die Lacher auf seiner Seite. Entwarnung kam prompt von höchster Stelle. „Das ist eine private Wohnung, es ist nichts schiefgegangen. Aber man sieht, es besteht Handlungsbedarf“, sagte Verena Grötzinger. Geprüft wurde von Michael Metzger ein Trassenverlauf eines Nahwärmenetzes mit einer Länge von etwa 175 Metern. Das hätte vom Rathaus bis über das Feuerwehrgebäude bis zum Backhaus gereicht. „Eine Gaslösung wäre wirtschaftlicher als Öl und Holz, entschied man damals“, sagte Michael Metzger. Da Owen aber bei den Förderprogrammen eine Absage bekommen hat, ging er in intensive Gespräche mit der EnBW beziehungsweise Netze BW.

Die Netze BW erklären sich weiterhin bereit, einen Gas-Anschluss ins Oberstädtle zu legen. Die Kosten für Einzelanschlüsse würden sich auf etwa 38 000 Euro belaufen, die Kosten für den Anschluss einer zentralen Abnahmestelle auf rund 11 000 Euro. Bei Letzterem hätte Owen einen Teil der Straßenarbeiten aber selbst zu tragen - und das wären knapp 70 000 Euro. „Die Netze BW wollen eine Art Zuarbeit“, erklärte dazu der Ingenieur. Auf dieser Basis soll jedoch das weitere Vorgehen überdacht werden. „Es gibt einen deutlichen Preissprung bei der Nahwärme. Deshalb stellt sich die Frage, ob man sich das bei diesem Gesamtaufwand gönnen will - oder darf“, gab Michael Metzger zu bedenken. Gaskessel haben seiner Ansicht nach im Verhältnis geringere Kosten und zeichnen sich durch hohe Flexibilität aus. Zudem müssen nicht alle Kessel sofort ausgetauscht werden. „Der Nachteil: Sie sind dezentral und es besteht ein hoher baulicher Aufwand“, sagte der Planer. Auf dem Boden der Tatsachen angelangt, war der Gemeinderat dafür, sukzessive in den Gebäuden Einzelheizungen mit Gasanschluss zu installieren.

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