Lenninger Tal

Hexa bringen den Rathauschef auf Trab

Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl

Ein Narr der Gruppe Tonstecher und G‘sälzhafnerin aus Kuchen hat es auf den Punkt gebracht: „Die verkleideten Kinder bei eurem Umzug sind ein Traum“, sagte er bei der offiziellen Begrüßung aller Zünfte auf dem Oberlenninger Marktplatz. Zum närrischen Lindwurm mit anschließendem Rathaussturm hatten die Lenninger Hexa eingeladen, und die närrischen Freunde waren gerne gekommen. Zwischen all den Gruppen der schwäbisch-allemannischen Fasnet wie die Kirschkern-Spucker aus Heiningen, die Weilheimer Rossmugga, das Gesinde Schleichingen aus Notzingen oder die Körschtaler Höllenwächter mischten sich bunt verkleidete Kinder. Sie liefen entweder im Zug mit oder standen am Straßenrand und freuten sich über die zugeworfenen Süßigkeiten. Ein kleiner Polizist begegnete so den echten Kollegen, die dem Umzug vorausfuhren. Ansonsten bevölkerten Piraten, Indianer, Clowns, Giraffen und allerlei anderes Getier die Ortsmitte. Außerdem flatterten erstaunlich viele zweibeinige Schmetterlinge durch die Gassen - die warmen Sonnenstrahlen erfreuten nicht nur die Narren. Doch nicht alle waren ob der milden Temperaturen glücklich. Den Weg zur Aufstellung legte ein Teilnehmer mit aufgerollter Felljacke unterm Arm zurück.

Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl

Als alle Teilnehmer des Umzugs auf dem Marktplatz angekommen und alle Zunftgruppen begrüßt waren, schritten die Lenninger Hexa zur Tat und stürmten das Rathaus. Das misslang zunächst, die Tür war verschlossen. „No ganget halt henda nei“, riet die Hex am Mikrofon. Doch das erübrigte sich, ein Rathaus-Mitarbeiter hatte ein Einsehen und schloss auf. Kurz darauf waren die Fenster im ersten Stock geöffnet, und die Hexa mit siegessicherem Lachen zu sehen. Damit hatte der Rathauschef Michael Schlecht verloren und stellte sich wenig später den Narren. „Ich muss gar nix“, stellte er mit seinem T-Shirt-Aufdruck klar. Genutzt hat es ihm dieses Manöver natürlich gar nix. „Der Personalschwund im Rathaus macht uns Angst. Aber zum Glück, bist du der Mann, der alles kann“, stellte die Mikrofon-Hex fest. Kurzerhand wurde der Schultes in einen orangefarbenen Overall gesteckt, damit er den Bauhof tatkräftig unterstützen kann. Kehrwisch und Kutterschaufel bekam er umgehängt, um für Sauberkeit sorgen zu können, und weil auch der Bademeister im Sommer fehlt, gab‘s Schwimmflügel gratis dazu. Eine Rüge setzte es zudem für den Lauterpark. Der ist zwar toll, doch in heißen Sommern fehlt der Sonnenschutz. Damit Michael Schlecht daran denkt, musste er auch noch einen großen Schirm tragen.

Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl

Weil auch Erzieher fehlen, durfte er diesbezüglich sein Können unter Beweis stellen. An Kindern mangelte es nicht, er rief sie zu sich, und versuchte, Gruppen von je zehn Kindern zu bilden. Das dauerte. „Ich glaub‘, ich dreh‘ durch“, bekannte der Schultes, gab jedoch nicht auf - und schließlich klappte es wie am Schnürchen. Die Kinder bildeten eine Reihe und balancierten einen Tischtennisball auf einem recht kleinen Löffel von einer Gruppen zur andern, unter tatkräftiger Hilfe der Lenninger Hexa.

Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl

Einen Wermutstropfen gab es jedoch: Die Guggenmusik fehlte. So richtig wollte ohne die typische Fasnets-Musik keine Stimmung aufkommen. Da konnte auch die Stimmungsmusik aus dem Lautsprecher nicht viel ausrichten. „Das erste Mal haben wir keine Guggenmusiker dabei. Die Leute müssen Urlaub nehmen, weil wir wegen des Kinderumzugs so früh beginnen“, bedauerte und begründete eine Lenninger Hex das Schweigen der Live-Instrumente.Iris Häfner

Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
Fasching in Lenningen. Fotos: Carsten Riedl
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