Lenninger Tal

Hier lernen Schüler fürs Leben

Berufswahl Die Roadshow der Diakonie ist unterwegs. Sie bringt Acht- und Neuntklässlern freiwillige Berufe näher. Gestern hat sie die Realschule Lenningen während des Karrieretages #Klartext besucht. Von Anna-Leah Gebühr

Berufsinfotag an der Realschule Lenningen, Berufsmesse, Diakonie Raodshow
Berufsinfotag an der Realschule Lenningen, Berufsmesse, Diakonie Raodshow

Wie ist es, auf Hilfe angewiesen zu sein? Und wie ist es, diese Hilfe zu leisten? Das konnten Schüler aus der achten und neunten Klasse der Lenninger Realschule gestern erleben. Die Diakonie Württemberg tourt mit einem VW-Bus eifrig durchs Ländle, um an Schulen Freiwilligendienste und soziale Berufe vorzustellen. Durch Experimente und gemeinsame Auswertung lernen die Schüler das breite Spektrum der diakonischen Arbeit kennen.

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Erst kommt das Praktische. Die Schüler verbinden sich die Augen und bekommen einen Blindenstock in die Hand. Dann werden sie von Klassenkameraden quer über den ganzen Schulhof geführt. Franzi aus der achten Klasse hat das Experiment gut gefallen. „Es war ungewohnt, nichts zu sehen“, beschreibt sie ihre Erfahrungen, „aber der Parcours hilft, sich in die Situation einzufühlen.“

Genau das ist auch das Ziel der Übung. Sie soll den Schülern zeigen, wie viel Vertrauen nötig ist, um sich führen zu lassen, erklärt Gerlinde Jauch, Mitarbeiterin der Diakonie.

Damit ist auch die Grundlage für die Auswertung gelegt, die Lara Brosi souverän leitet. Sie selbst macht ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei der Diakonie, in der Öffentlichkeitsarbeit. Deshalb ist sie eine tolle Ansprechpartnerin für die Schüler in Lenningen. „Wie wäre es, für immer blind zu sein?“, fragt sie. Alle schildern ihre Erfahrungen und tauschen sich aus, welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen. „Die beste Hilfe ist der Mensch“, erklärt Lara Brosi und ergänzt: „Deshalb braucht es mindestens so viele Helfer wie Hilfsbedürftige.“

Anschließend stellt sie verschiedene Betätigungsfelder vor. Hauptsächlich geht es um das FSJ, das FÖJ (freiwilliges ökologisches Jahr), und den BFD (Bundesfreiwilligendienst). Die Schülerinnen Maike und Alicia hatten eigentlich nicht vor, einen Freiwilligendienst zu machen. „Aber jetzt überlege ich es mir“, meinen beide. Auch Klassenlehrer Joachim Gölz findet das Projekt gut. „Ich kann mir einiger Schüler im sozialen Bereich gut vorstellen“, ist er überzeugt.

Marcus Walter, der den Karrieretag #Klartext organisiert hat, freut sich, dass die Diakonie an der Schule ist. So werden auch die sozialen Berufe abgedeckt. Insgesamt waren gestern an der Lenninger Realschule 16 Betriebe und einige Partner vertreten. Vom Handwerk über den kaufmännischen Sektor bis zu Polizei und Justizwesen konnten sich die Schüler über Zukunftsaussichten informieren.