Lenninger Tal

Hier trifft sich Jung und Alt

Lauterufer Die Grünfläche zwischen dem Oberlenninger Schlössle und der Hofstraße soll ein Treffpunkt für alle Generationen werden. Nicht nur auf der Boulebahn lässt sich eine ruhige Kugel schieben. Von Anke Kirsammer

Unternehmungslustige Kinder und erholungsuchende Erwachsene kommen auf dem neu gestalteten Gelände neben dem Oberlenninger Schlö
Unternehmungslustige Kinder und erholungsuchende Erwachsene kommen auf dem neu gestalteten Gelände neben dem Oberlenninger Schlössle voll auf ihre Kosten.Foto: Markus Brändli

Versteckt und doch im Zentrum gelegen, hat Oberlenningen neben dem Schlössle einen neuen attraktiven Treffpunkt: Kinder können dort nach Herzenslust klettern und mit Wasser spritzen, Ältere werden auf einem Spaziergang die Ausblicke auf die Tobelfelsen, den Turm der Martinskirche oder das Pfarrhaus genießen und sich zu einem Schwätzchen auf einer der gemütlichen Bänke niederlassen. Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht forderte die Besucher bei der Einweihung auf: „Genießen Sie es einfach, weil es schön ist.“ Das Areal unterhalb der „Herrenhäuser“ der Papierfabrik Scheufelen solle dazu einladen, eine ruhige Kugel zu schieben. Das nicht nur symbolisch, sondern auf Wunsch aus der Bevölkerung wurde auch eine Boulebahn angelegt. Rotwein und Weißbrot müsse man wie der Franzose allerdings selbst mitbringen, so der Rathauschef augenzwinkernd.

Die grüne Lunge dient nicht nur dem Gemeinschaftsgefühl und der Freizeitgestaltung, auf den neuen Wegen lässt sich die Ortsmitte aus dem Wohngebiet jenseits der Lauter auch zügiger erreichen. War das „Herrenwegle“ früher nur wenigen vorbehalten, so kann die Verbindung zwischen der Sulzburgstraße und der Brücke an der Hofstraße jetzt von allen genutzt werden. Dazu hat die Gemeinde Grundstücke, die ehemals der Papierfabrik gehörten, aufgekauft.

Zehn Jahre gingen ins Land seit den ersten Überlegungen zu dem Gelände, das nach den Plänen des Büros Welsner + Welsner gestaltet wurde. Zu dem Projekt gehörte auch die Renaturierung der Lauter hinter der Hofbrücke. Sie ist nun zugänglich und lädt dazu ein, mit hochgekrempelten Hosen durchs Kiesbett zu waten oder sich auf einem der Steine das Wasser um die Füße plätschern zu lassen. „Sie sind etwas spitz, damit Ihnen bewusst ist, dass Sie auf eigene Gefahr dort sitzen“, sagte Michael Schlecht humorig. Ebenfalls der Sicherheit dienen der Zaun entlang des Kanals und eine durchgängige Beleuchtung.

Vervollständigt wird das Areal in nächster Zeit durch Infotafeln über die Mühlengeschichte des Orts und die Historie der Papierherstellung. Weitere Wünsche könnten geäußert werden, so der Bürgermeister. „An einer zusätzlichen Bank oder einer Schaukel soll es nicht scheitern.“ Die Umgestaltung des Grünzugs sieht Michael Schlecht im Übrigen unter der Überschrift „Lenningen muss schöner werden“. Er bat die Bewohner, das Gelände in Beschlag zu nehmen und es mit Leben zu füllen. Dafür brauchten die Kinder keine Aufforderung. Längst vor dem symbolischen Durchschneiden eines Absperrbändels hatten sie sich an den wasserspeienden Fahrrädern und dem Sprudelpilz eine wohltuende Abkühlung geholt.

Die Förderung ist hoch

Rund 800 000 Euro hat die Umgestaltung insgesamt gekostet. Die Zuschüsse von Bund und Land dafür belaufen sich auf 530 000 Euro. Die Baukosten für die Gestaltung von Lauterufer und Schlossrain betragen rund 660 000 Euro, die Förderung dafür liegt bei 415 000 Euro. Um die Lauter an der Hofstraße für Fische durchgängig zu machen, waren 130 000 Euro fällig. Dafür bekommt die Gemeinde eine Förderung in Höhe von rund 110 000 Euro.ank

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