Lenninger Tal

Hoch hinauf zu Rittern und Sagengestalten

Spätestens am Ende der Grundschulzeit hat jedes Owener Kind die Teck erwandert

Warum in die Ferne schweifen – auch heute noch ist die Burg Teck Ziel des Wandertags der Grundschüler der Sibylle von der Teck-Grundschule in Owen. Rektorin Christa Hils ist es eine Herzenssache, den Kindern nicht nur im Sachunterricht Heimatgeschichte zu vermitteln, sondern sie auch erlebbar zu machen.

Start in die Wanderzeit: Ganze Familien erstürmen den Teckberg. Owener Kinder erforschen auch mit ihren Schulkameraden die Burg.
Start in die Wanderzeit: Ganze Familien erstürmen den Teckberg. Owener Kinder erforschen auch mit ihren Schulkameraden die Burg.Archivfoto: Jörg Bächle

Owen. „Falls die Kinder noch nicht auf der Burg Teck waren – am Ende ihrer Grundschulzeit waren sie es“, lacht Christa Hils, Rektorin der Sibylle von der Teck-Grundschule in Owen. Die meisten Kinder haben sicherlich mit ihren Eltern schon zuvor den Hausberg erklommen, doch es gibt durchaus Schüler, die die Wanderung noch nicht erlebt haben. Denn auch heutzutage ist die Burg Teck, die ja zur Gemeinde Owen gehört, für die Grundschüler wichtig und interessant.

Gerade Kinder im Grundschulalter sind fasziniert von Burgen, Rittern und edlen Damen, stolzen Königen und wahren Helden. Und so fasziniert die Burg Teck und ihre damaligen Bewohner, die Märchen und Sagen rund um die alten Gemäuer Kinder immer noch. Zudem ist die Beschäftigung mit der Heimat, das Kennenlernen der eigenen Wurzeln, fest im Lehrplan der Sibylle von der Teck-Grundschule verankert. Der Rektorin ist es „eine Herzenssache, die Kinder mit ihrer Heimatgeschichte vertraut zu machen“.

Im sogenannten „Curriculum“ der Grundschule ist die „Heimatliche Spurensuche in unserer Stadt“ ein fester Bestandteil. Das bedeutet, dass sich die Kinder im Unterricht mit der Erforschung ihrer Geschichte beschäftigen. Sie lernen die Herzöge von Teck kennen, basteln in den Projekttagen selbst Burgen – vielleicht mit der Burg Teck als Vorbild – werden selbst einmal König für einen Tag. Die Lehrer erzählen Sagen in und um Owen, wie die Sibyllensage oder die Geschichte vom Owener Riesen. Rektorin Christa Hils ist sich ihrer Verantwortung bewusst und sagt: „Kinder, die in Owen wohnen, müssen etwas über die Burg Teck wissen – und auch über die Geschichte ihrer Heimat. Wann, wenn nicht in der Grundschule, sollen die Kinder es denn sonst lernen?“.

Eingebunden in den Unterricht ist auch das örtliche „Geschichtshaus“. Zusammen mit der Museumspädagogin wird Heimatgeschichte lebendig: Es finden sich dort Informationen über Owen, Pflanzen und Tiere rund um den Teckberg, erste Siedlungen an den Ufern der Lauter, die Burg Teck mit ihren Herrschern bis zur Stadtgründung im 13. Jahrhundert und auch berühmte Persönlichkeiten finden Erwähnung. Und donnerstags kommen sogar die „Geschichtsdetektive“ ins Geschichtshaus, eine AG von Kindern der Grundschule.

Und so gibt es ihn auch heute noch: einen Wandertag zu Zielen direkt vor der Schultür. So ziehen die Kinder mit ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer los, als Höhepunkt und Abschluss des Fachunterrichts, hinauf die Teck. Gut eine Stunde dauert der Aufstieg von der Schule aus. Gutes Schuhwerk, Vesper im Rucksäckle, Sonnenhut auf dem Kopf und mit strahlender Laune geht es den steilen Berg hinauf. Oben angekommen gibt es erst mal eine Stärkung, dann wird die Burg erforscht und die Kinder lauschen mit großen Augen in der Sibyllen-Höhle der Sage von der Sibylle von der Teck und der Geschichte der Burg Teck. Lernen mit Kopf, Herz und Hand – eindrucksvoller und nachhaltiger kann kein Sachunterricht sein, wenn die Kinder, das, was sie im Klassenzimmer gelernt haben, auf einmal selbst vor Ort erleben und erfahren.

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