Lenninger Tal

„Ich bin für Vielfalt“

Realschule setzt auf Dokumentenkamera

Die viel gelobten Whiteboards bieten zu wenig Nutzen für ihren Preis, findet man an der Realschule in Lenningen. Hier steht die Dokumentenkamera als neues Medium hoch im Kurs.

Lenningen. Sogenannte Whiteboards, die Tafel, Overhead-Projektor und Computer zugleich sind, werden an Schulen immer beliebter. Ist die E-Tafel die Tafel der Zukunft? Nein, ist die Meinung an der Lenninger Karl-Erhard-Scheufelen-Realschule. Schulleiterin Dunja Salzgeber sieht den Trend eher kritisch. Zwar hätte auch die Lenninger Schule ein Whiteboard im naturwissenschaftlichen Bereich, es sei aber nicht vorgesehen, mehr digitale Tafeln anzuschaffen.

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„Es ist eine Preis-Nutzen-Frage“, erläutert Salzgeber. Die Whiteboards seien so teuer, dass man sich fragen müsse, ob sie wirklich in einem so hohen Maß eingesetzt werden. „In naturwissenschaftlichen Fächern lautet die Antwort: Ja“, findet sie, weshalb die digitalen Tafeln hier auch sinnvoll seien. Grundsätzlich sei der Preis jedoch nicht gerechtfertigt, da die Funktionen des Whiteboard in anderen Fächern viel seltener zum Einsatz kommen.

Außerdem findet es die Rektorin unrealistisch, die Smartboards flächendeckend einzusetzen, da sie nicht zu jedem Lehrer passen. „Nicht jeder Lehrer möchte mit Whiteboards arbeiten. Deshalb bin ich für Vielfalt“, betont sie. Statt auf die digitalen Tafeln setzt die Schule auf Dokumentenkameras: Diese Kamera kann sowohl Dokumente als auch Gegenstände aufnehmen und dann als hochauflösendes Bild auf einen Beamer projizieren. „Sie bietet verhältnismäßig viel mehr als ein Whiteboard, ist lange nicht so teuer und unheimlich flexibel“, erklärt Salzgeber. So können die Schüler bei Gruppenarbeiten auf Blätter statt auf Folien schreiben, die sie dann bei der Präsentation unter die Dokumentenkamera legt. Außerdem könne man mit der Kamera auch Objekte und kleine Filme zeigen, ist sie begeistert.