Lenninger Tal

Im „Lüxen“ soll neuer Wohnraum entstehen

Vorhaben Lenningen möchte in Brucken neues Bauland erschließen. Mit fast allen Grundstückseigentümern ist die Gemeinde bereits einig geworden. Von Anke Kirsammer

Parallel zum Rinnenweg in Brucken will die Gemeinde Lenningen ein zwei Hektar großes Baugebiet ausweisen.Foto: Carsten Riedl
Parallel zum Rinnenweg in Brucken will die Gemeinde Lenningen ein zwei Hektar großes Baugebiet ausweisen.Foto: Carsten Riedl

In einer attraktiven Ortsrandlage von Brucken soll ein neues, rund zwei Hektar großes Wohnbaugebiet erschlossen werden: „Lüxen“ heißt die parallel zum Rinnenweg verlaufende Fläche, auf der 25 bis 30 Bauplätze entstehen könnten. Geplant ist ein kleiner Wettbewerb. Dazu sollen drei Büros eingeladen werden, die Entwürfe für das Gebiet entwickeln.

Zum ersten Mal geht die Gemeinde Lenningen wie andere Kommunen den Weg, dass sie vor der Umlegung sämtliche Grundstücke aufkauft. Derzeit fehlt lediglich für zwei Flächen das Einverständnis der Besitzer. Insbesondere ein zentral gelegenes Grundstück, das ein Miteigentümer nicht veräußern beziehungsweise nicht gegen ein anderes eintauschen möchte, bereitet Rat und Verwaltung derzeit Kopfzerbrechen. „Vielleicht gibt es deshalb ringsum so große Bauplätze, die sich dann keiner leisten kann oder es werden nur Handtücher“, so die Furcht von Bürgermeister Michael Schlecht, sollte der Wiesenbesitzer auf seinem „Nein“ beharren. Verschiedene Gemeinderäte bestärkten den Lenninger Rathauschef darin, weiter mit dem Bürger im Gespräch zu bleiben und auf die Wichtigkeit des Grundstücks für das künftige Wohngebiet hinzuweisen. Fruchten alle Bemühungen nicht, soll ein Büro zeitnah mit einem Testentwurf beauftragt werden. „Ich hätte gerne einen Plan B“, betonte Michael Schlecht.

Anders als bei bisherigen Baugebieten kauft die Gemeinde vor der Umlegung deshalb alle Flächen, weil „Enkelgrundstücke“, die jahrzehntelang als Baulücken in der Gemeinde schlummern, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans und damit die Ausweisung neuer Baugebiete verhindern. Wer Flächen in das Gebiet „Lüxen“ einbringt, hat nicht nur den Vorteil, dass das Bauerwartungsland besser vergütet wird als eine reine Streuobstwiese. Die Besitzer haben gemäß der Leiterin des Bauverwaltungsamts Erika Biedermann-Keck auch das erste Zugriffsrecht auf die Wohnbaugrundstücke, und die Bauverpflichtung ist moderater als bei den anderen Käufern.

Das letzte größere Baugebiet, das die Gemeinde erschlossen hatte, war der „Obere Sand II“ in Oberlenningen. Weder dort noch in anderen Ortsteilen im Tal gibt es mittlerweile noch gemeindeeigene Wohnbauplätze.

Anzeige