Lenninger Tal

Im Untergrund herrscht Leitungschaos

Straßenausbau Die Neue Straße in Owen wird saniert. Vor allem, was sich im Untergrund abspielt, bereitet einiges Kopfzerbrechen. Viele Leitungen liegen hier kreuz und quer und müssen geordnet werden. Von Iris Häfner

Der Untergrund der Neuen Straße in Owen ist eine Herausforderung für die Planer. Foto: Jean-Luc Jacques
Der Untergrund der Neuen Straße in Owen ist eine Herausforderung für die Planer. Foto: Jean-Luc Jacques

Ein komplettes Durcheinander herrscht in der Neuen Straße in Owen, unsichtbar im Untergrund verborgen. Eine Gashochdruckleitung findet sich dort ebenso, wie die üblichen Verdächtigen: beispielsweise Wasser- und Abwasserleitung, Telefon- und Glasfaserkabel. „Alle Leitungen liegen dort ungeordnet. Weil es keinen Gehweg gibt liegt alles quer in der Straße rum. Künftig wollen wir aber auch hier eine gerade Organisation in der Straße haben“, erklärte Bürgermeisterin Verena Grötzinger.

Den erste Schritt in Sachen Ausbau Neue Straße ist der Owener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gegangen. Er hat einstimmig das Büro „infra-teck“ aus Dettingen mit den Ingenieursleis­tungen beauftragt. Wenige Stunden davor hatte die Stadtchefin bereits Gespräche mit den Leitungsträgern. Die schon befürchtete Problematik bestätigte sich: „Es ist in vielfältiger Weise eine Herausforderung“, brachte es Verena Grötzinger auf den Punkt. Gerade deshalb müsse bei der Planung ordentlich gearbeitet werden. „Es muss Einiges verlegt werden, weshalb es eine Notversorgung geben wird“, stimmte die Stadtchefin die Anwohner schon mal auf einige Unannehmlichkeiten ein. Einher geht damit, welche unterschiedlichen Planungsleistungen wer zu erfüllen hat - und am Ende zu bezahlen. Auch deshalb muss sauber gearbeitet werden. Ein wesentliches Thema ist auch die Gashochdruckleitung, insbesondere, wie mit ihr während der Bauarbeiten umzugehen ist. Das muss frühzeitig und einwandfrei abgestimmt sein.

„Bei all dem sitzt uns auch noch das Landratsamt im Nacken. Wir hätten den Säubach schon längst renaturieren müssen“, sagte Verena Grötzinger. Der ist in diesem Bereich verdolt und läuft sogar unter dem Gelände einer Firma hindurch. „Deshalb gehen wir von einer Engstelle aus, für die es eine Entlastung braucht, damit es bei Starkregen dort keine Wassereinbrüche gibt“, erklärte sie. Mögliche Überflutungsbereiche vor der Dole sind im Gespräch, für den Fall, dass das Rohr die Wassermassen nicht mehr schafft. „Es sind viele Themen zu berücksichtigen und zu bearbeiten“, so das Fazit des Stadt­oberhaupts. Im Bereich des Säubachs ist zudem auch das Neubaugebiet Pflaumenäcker ge­plant.

Jochen Eberhard interessierte vor allem die Kostenschätzung, er wäre auch mit „Ungefährzahlen“ einverstanden gewesen. Weil die ganze Sache jedoch so komplex ist, wird das laut Verena Grötzinger erst in den nächsten Wochen der Fall sein. „Das ist eine spannende Frage für die Anlieger - was auf sie zukommt, wird nicht lustig“, erklärte dazu Hans-Jörg Schmid.

Die Antwort der Stadtchefin kam prompt: „Gerade deshalb muss sehr sensibel mit allem umgegangen werden. Das wollen wir auch darstellen“, verspricht sie und bedauert außerordentlich, dass keine Informationsveranstaltung für die Anlieger stattfinden kann. In Corona-Zeiten sind Versammlungen mit rund hundert Personen schlichtweg verboten. „Auch deshalb wollen wir einwandfrei vorgehen, beziehungsweise die Aufträge aufteilen und gesondert behandeln“, brachte sie nochmals die Dringlichkeit einer fachmännischen Beratung ins Spiel.

Dass die Leitungen kreuz und quer liegen, bestätigte auch Christian Ensinger. Es sei halt geschaut worden, wo’s Platz hat. „Unsere Verträge machen wir direkt mit den Firmen, nicht mit der Kommune“, stellte der Stromversorgungsunternehmer klar.

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