Lenninger Tal

In Brucken öffnet eine weitere Gruppe

Kita Die Gemeinde Lenningen muss bei der Kleinkindbetreuung nachlegen. Die starke Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige sorgt in verschiedenen Ortsteilen für einen Engpass. Von Anke Kirsammer

Kindergarten Kunterbunt in Brucken
Der Kindergarten in Brucken bekommt räumlich und personell Zuwachs. Hier entsteht ein Anbau für zwei Gruppen. Foto: Jean-Luc Jacques

Lenninger Eltern, die ihre Kleinkinder betreuen lassen möchten, können aufatmen: Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, in Brucken eine zweite Kleinkindgruppe aufzumachen. Die Zeiten sollen sich nach dem Bedarf richten. Der Anbau an den Kindergarten Kunterbunt, in dem die Kleinkinder untergebracht werden, wird voraussichtlich erst Ende des Jahres fertiggestellt. Bis dahin findet eine Gruppe übergangsweise im evangelischen Gemeindehaus Unterschlupf. „Sie ist schon im Juni rappelvoll“, teilte Hauptamtsleiter Günther Kern mit. In der vergangenen Sitzung war der Beschluss gefällt worden, die Räume für die zweite Gruppe vorsorglich gleich mit zu möblieren. Weil damit zu rechnen ist, dass noch weitere Eltern Bedarf anmelden, hat das Ratsgremium jetzt auch der mit Personalkosten verbundenen Öffnung der zweiten Gruppe grünes Licht erteilt. „Der Bedarf ist da. Wir haben deshalb gar keine andere Wahl“, so fasste Armin Diez die Haltung der Gemeinderäte zusammen. Je nach Öffnungszeiten bewegen sich die Kosten für die Erzieherinnen jährlich zwischen 117 000 und 170 000 Euro.

Bei der Kinderbetreuung muss die Lenninger Verwaltung immer öfter jonglieren. Im Kindergarten Regenbogen in Oberlenningen beispielsweise zeichnet sich ab Herbst ein Engpass ab: Gemäß den jetzigen Anmeldezahlen können dort bis Oktober 2020 bis zu sechs Kleinkinder nicht aufgenommen werden. Auch der Kindergarten in Gutenberg ist voraussichtlich ab Mai 2020 voll belegt. Weitere neun Kinder, die als dann Zweijährige bereits angemeldet sind, kommen bis Mai 2021 hinzu. Sieben davon sind Geschwisterkinder. Den Eltern will die Gemeinde nicht zumuten, ihre Sprösslinge morgens in verschiedenen Kindergärten abzugeben. „Wir versuchen die Raumkapazitäten, die wir im Ort haben, zu nutzen“, erklärte Bürgermeister Michael Schlecht. Überlegt wird deshalb, ob sich die leer stehende Schule oder das verwaiste Vereinsheim für die Kita eignen würden.

„Wir wollen so gut wie möglich Wohnortnähe berücksichtigen“, sagte Michael Schlecht, aber nicht jede Betreuungsform könne es in jedem Ort geben. „Möglicherweise muss der Weg von Oberlenningen nach Gutenberg gleich weit sein wie umgekehrt.“ Bisher werden Kinder eher talabwärts in Einrichtungen untergebracht, wenn es eine Betreuungsform im eigenen Ort nicht gibt, als andersherum. Am schnellsten ließen sich Räume in Schopfloch oder Hochwang aktivieren, so seine Reaktion auf Georg Zwingmann, der betonte, es brauche kurzfristig Plätze, und eine wohnortnahe Betreuung lasse sich auf Dauer nicht durchhalten. Karl Boßler mahnte eine Gesamtkonzeption an: „Wir betreiben reine Flickschusterei.“ In einer Stadt müssten Eltern auch weitere Wege in Kauf nehmen. „Wir wollen es konzeptionell besser hinkriegen“, kündigte Michael Schlecht an. „Aber erklären Sie Eltern, die gegenüber von einem Kindi wohnen, dass sie ihr Kind in einen anderen Ortsteil fahren müssen.“

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