Lenninger Tal

In der Gutenberger Steige klaffen tiefe Risse

Drei Tage lang bleibt der Albaufstieg nach Schopfloch voll gesperrt – Gespenstische Ruhe im Talschluss

Noch bis morgen Abend ist die Gutenberger Steige dicht. An zwölf Stellen muss der Belag saniert werden. Im Ort freut man sich seit Montag über die Ruhe.

Gutenberg Steige gesperrt Baustelle gespenstische Ruhe
Gutenberg Steige gesperrt Baustelle gespenstische Ruhe

Lenningen. Am Samstag wälzte sich noch eine Blechlawine durch Gutenberg. Wie üblich zum Ferienauftakt nutzten zahlreiche Urlauber die Ausweichroute über die B 465, um den Stau am Aichelberg zu umfahren. Seit gestern ist die Gutenberger Steige abgeriegelt. Einzig das Postauto drehte am späten Vormittag seine Runden durch die verwaisten Straßen des Lenninger Ortsteils.

Während im Tal gespenstische Ruhe herrscht, dröhnt in der Steige der Presslufthammer. Drei Tage lang werden unter Vollsperrung mit Asphaltfräsen, Straßenfertigern, Kehrmaschinen, Walzen und teilweise von Hand mit Schaufeln Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Schon seit Monaten klaffen Risse an den Randsteinen, in einigen Bereichen ist die Fahrbahn um mehrere Zentimeter abgesackt. „Das ganze Ausmaß sieht man immer erst, wenn der Belag abgefräst ist“, erklärt Klaus Langer, Dienststellenleiter der Kirchheimer Straßenmeisterei. Statt der geplanten vier Zentimeter müssen dann teilweise Schichten von bis zu 20 Zentimetern abgetragen werden. So wie im längsten, 100 Meter langen, Teilstück im mittleren Bereich der Steige. „Die Risse waren hier viel tiefer als gedacht“, so Langer. Trag-, Binder- und Deckschicht müssen dort abgefräst und anschließend wieder fein säuberlich aufgebaut werden. Insgesamt sind für die Maßnahme 30 bis 50 000 Euro veranschlagt.

Obwohl die Schäden umfangreicher sind als angenommen, geht Christopher Gansloser, Juniorchef der Degginger Straßenbaufirma davon aus, dass die Arbeiten bis Mittwochabend erledigt werden können. Zur Not schafft die Kolonne bis in die späten Abendstunden hinein. Wie am vergangenen Freitag, als unter halbseitiger Sperrung einzelne Schäden an der Grabenstetter Steige geflickt wurden und die Baumaschinen bis 21.30 Uhr brummten. In der Urlaubszeit schaffen die Kolonnen ohnehin unter Hochdruck. „Statt zwei Wochen machen meine Leute nur eine Woche Betriebsferien“, erklärt Gansloser. Weil weniger Verkehr ist, werden viele Projekte in die Ferien verlagert.

Das Straßenbauamt Kirchheim ist in Kooperation mit dem Landkreis Göppingen für 26 Albsteigen zuständig. Sie sind immer in Bewegung, sagt der stellvertretende Leiter des Straßenbauamts Kirchheim, Maik Schulz. „Der Hang wandert gen Tal“, erläutert er und zeigt auf der Gutenberger Steige auf einen von tiefen Furchen durchzogenen Bereich. Insbesondere im oberen Teil klaffen bis zu 50 Zentimter tiefe Risse am Fahrbahnrand. „Die schlimmsten Löcher hat man schon mit sogenanntem Kaltmischgut geflickt. Das ist aber nichts Dauerhaftes“, erklärt Schulz. Auch nach der jetzigen Sanierung habe man nur ein paar Jahre Ruhe. Würde man die mit Bremsstaub und Reifenabrieb kontaminierten Bankettbereiche ebenfalls auf Vordermann bringen, müssten für die Steige, die zur Schlatterhöhe führt, zwischen zwei bis drei Wochen ansgesetzt werden.

In einem Aufwasch mit der Sanierung von 1 700 Quadratmetern Fahrbahn wird die Firma Gansloser die Spuren eines Hangrutsches abbaggern. Vor wenigen Wochen waren im oberen Drittel der Steige jede Menge Erde und Felsbrocken auf die Straße geschwemmt worden.

Die Sanierung zu verschieben, kam für das Straßenbauamt des Landkreises nicht in Frage, auch wenn Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht darauf gedrängt hatte. Er befürchtete, dass das Lenninger Tal vollends abgehängt wird. Bereits seit einem Vierteljahr ist die Oberlenninger Ortsdurchfahrt für Lkw gesperrt. Und seit gestern bis zum Ende der Sommerferien muss der Verkehr dort einen Abschnitt der Bundesstraße komplett umfahren.

Seit Montag ist die Gutenberger Ortsdurchfahrt wie ausgestorben.  Noch bis morgen Abend können die Anwohner die Stille genießen.
Seit Montag ist die Gutenberger Ortsdurchfahrt wie ausgestorben. Noch bis morgen Abend können die Anwohner die Stille genießen.Foto: Carsten Riedl
In der Gutenberger Steige klaffen tiefe Risse
In der Gutenberger Steige klaffen tiefe Risse
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