Lenninger Tal

In Lenningen entsteht ein „Silicon Valley“ für Holztechnologie

Innovation Das Technikum Laubholz hat als Spitzeneinrichtung der Laubholz-Forschung ihre Gründungsarbeit aufgenommen. Als Standort ist die ehemalige Papierfabrik Scheufelen in Lenningen geplant.

Archiv-Foto: Carsten Riedl
Archiv-Foto: Carsten Riedl

Das Technikum Laubholz sichere die technologische Spitzenposition in der Entwicklung laubholzbasierter Industrieprodukte, sagte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum, bei einem Gespräch auf Einladung des Grünen Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz und dem CDU-Abgeordneten Karl Zimmermann. „Mit unserem Technikum Laubholz gehen wir einen großen Schritt weiter im technologischen Umbau unserer Wirtschaft hin zu klimafreundlichen Produktionsmethoden.“

Nach der Gründung der Technikum Laubholz im März 2020 konnte zwischenzeitlich die Führungsmannschaft aufgebaut werden. „Wir werden rasch mit den ersten vier Forschungsfeldern starten,“ betonte der Minister laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Zimmermann und Schwarz. Dazu gehöre insbesondere die Carbonfaser aus Buche. Mit dem Technikum Laubholz werde die Herstellung klimafreundlicher Materialien auf Holzbasis ermöglicht. „Das ist ein Meilenstein in der Klimapolitik des Landes.“

Als Standort für das Technikum Laubholz sei die ehemalige Papierfabrik Scheufelen in Lenningen geplant. Mit dem jetzigen Eigentümer liefen derzeit die Verkaufsverhandlungen. Die Entwicklung des Standorts solle nach Abschluss der Verhandlungen zusammen mit der Gemeinde Lenningen erfolgen. Erfreulich sei, dass die Produktion von Papier aus Pflanzenfasern am Standort Lenningen bereits erfolgreich umgesetzt werde. „Die Laubholzbestände im Lenninger Tal und Umgebung zählen zu den größten Europas. Auch aus diesem Grund ist der Standort Lenningen für das Technikum Laubholz prädestiniert“, ergänzte der CDU-Abgeordnete Karl Zimmermann.

Stärkung der Biotechnologie

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion und Kirchheimer Abgeordnete Andreas Schwarz sowie der CDU-Abgeordnete Karl Zimmermann freuen sich gemeinsam über den wichtigen Beitrag des Technikum Laubholz für die Stärkung der Biotechnologie in Baden-Württemberg: „Das ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung von Spitzenforschung im Lenninger Tal und ein wichtiger Beitrag, um innovatives und klimafreundliches Wirtschaften in Baden-Württemberg voranzubringen. Wir haben damit die Möglichkeit, die Entwicklung von holzbasierten Textilfasern statt Baumwolle und Plastik oder von Biotensiden für Waschmittel aus Laubholz statt aus Erdöl voranzubringen.“ Das sei für die Wirtschaft und die Umwelt von entschiedenem Vorteil. „Als Bundesland mit der höchsten Innovationsrate erhalten wir damit die Zukunftschance, unsere industrielle Stärke im Mittelstand mit der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren aus nachwachsenden Rohstoffen aus Laubholz zu verbinden“, betonte Andreas Schwarz in dem Gespräch.

Für den Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann kann mit der Forschungseinrichtung „Technikum Laubholz“ das Lenninger Tal somit zum „Silicon Valley“ für die Holztechnologie in Deutschland werden. Im Rahmen einer breit angelegten Studie habe Baden-Württemberg die wichtigsten europäischen Einrichtungen der holzbasierten Forschung in die Konzeption des Technikums eingebunden. Acht Forschungsfelder eigneten sich besonders zur technologischen Weiterentwicklung. Mit vier Forschungsfeldern wird nun unmittelbar begonnen. Dazu gehört die Entwicklung von holzbasierten Textilfasern statt Baumwolle und Plastik oder von Biotensiden für Waschmittel aus Laubholz statt aus Erdöl. pm

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