Lenninger Tal

Irrwege durchziehen ein Blumenmeer

Ferientipp Der Unterlenninger Sulzburghof hat ein Labyrinth angelegt. Die bunte Mischung aus Hanf, Sonnen­blumen, Stockrosen und Co. soll neben Besuchern auch Bienen und andere Insekten anziehen. Von Anke Kirsammer

Noch spitzen erst einzelne Blüten aus dem Feld heraus. Doch in den kommenden Wochen wird das Grün von immer mehr Farbtupfern übe
Noch spitzen erst einzelne Blüten aus dem Feld heraus. Doch in den kommenden Wochen wird das Grün von immer mehr Farbtupfern überzogen.Foto: Carsten Riedl

Für Familien gibt es vom morgigen Sonntag, 26. Juli, bis Mitte Oktober im Lenninger Tal wieder eine Attraktion: Der Sulzburghof in Unterlenningen lockt Große und Kleine mit einem Blumenlabyrinth. In den vergangenen beiden Jahren hatte Landwirt Michael Kuch Irrwege in einem Maisfeld angelegt und damit viele Besucher angezogen. Weil der Mais dem Boden Humus entzieht und Insekten auf Blüten fliegen, entschied er sich dieses Mal für die bunte Variante. „Wir Landwirte sind ja auch in der Pflicht“, sagt Michael Kuch und spielt damit auf die aktuelle Diskussion um das Bienensterben an. Ins Boot hat er den Imker Bernd Epple geholt, der an dem Feld Immenkästen aufstellt.

Ausgebracht hat der Landwirt auf 80 Ar eine Biogas-Hanf-Mischung. „Nein, aus dem Labyrinth geht keiner berauscht raus“, sagt er lachend. „Das ist eine andere Sorte Hanf.“ Berauschend ist höchstens die Farbenpracht, in die die Besucher für rund 20 Minuten eintauchen: Stockrosen, Fenchel, Herzgespann, Wegwarte, Muskatellersalbei und Sonnenblumen entfalten ein Meer aus weißen, gelben, pinkfarbenen und blauen Blüten. Noch sind die meisten Blumen in der Halbhöhenlage des Lenninger Tals allerdings nicht aufgeblüht. Ob er die Pflanzen im Herbst mulcht oder sie einem Bauern gibt, der eine Bio­gasanlage damit bestückt, weiß Michael Kuch noch nicht. „Vielleicht lasse ich die Blumen auch bis zum nächsten Jahr stehen. Das ist im Winter gut für das Wild.“

Die Pflanzenmischung wird bis zu 2,50 Meter hoch. Wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hat der Landwirt etwas breitere Schneisen in das Feld geschlagen als in den vergangenen Jahren. Die Skizze für die rund 700 Meter langen Laufwege stammt von seinem elfjährigen Sohn Luis. Wie gehabt, können sich die Besucher von einer Aussichtsplattform aus wieder einen Überblick über das Labyrinth verschaffen und den Blick zum gegenüberliegenden Teckberg und bei gutem Wetter bis zum Schurwald schweifen lassen.

Verzichtet wird wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr auf das Gewinnspiel. Trotzdem hat sich Michael Kuch Fragen rund um das Thema Landwirtschaft beziehungsweise den Sulzburghof einfallen lassen. Schlauköpfe sollen beispielsweise beantworten, wie viel Fläche in Deutschland jeden Tag zugebaut wird oder wie viel CO2 ein Maisfeld bindet. Die Auflösung gibt‘s jeweils an der nächs­ten Station. Michael Kuch hofft, dass er mit dem etwas exotischen Labyrinth, das seines Wissens in der Umgebung einmalig ist, wieder genauso viele Besucher anzieht wie in den vergangenen beiden Jahren. „Man hat gemerkt, dass es so eine Attraktion in der Nähe nicht gibt.“

Geöffnet hat das Blumenlabyrinth am Unterlenninger Sulzburghof vom morgigen Sonntag, 26. Juli, bis 15. Oktober. Täglich können die Besucher von 9 bis 19 Uhr versuchen, die richtige Fährte durch den Irrgarten zu finden. Das Café hat jedoch montags Ruhetag. Das Blumenfeld ist erreichbar über den Feldweg, der geradeaus aus dem Hof hinausführt.

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