Lenninger Tal

Israelis zeichnen Pfarrer Julius von Jan aus

Die Medaille und die Urkunde nahm der Sohn Dr. Richard von Jan (links) aus den Händen des israelischen Botschafters Jeremy Issac
Die Medaille und die Urkunde nahm der Sohn Dr. Richard von Jan (links) aus den Händen des israelischen Botschafters Jeremy Issacharoff entgegen. Foto: SWR

Preis Den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ hat der evangelische Pfarrer Julius von Jan posthum verliehen bekommen. Die Medaille und die Urkunde nahm dessen Sohn Dr. Richard von Jan (links) aus den Händen des israelischen Botschafters Jeremy Issacharoff in Berlin entgegen. „Mein Vater hätte sich sicher über diese Ehrung gefreut“, so Richard von Jan. Als Vertreterin der Lenninger Julius-von-Jan-Kirchengemeinde war die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Martina Eberle nach Berlin gereist. Bekannt wurde Julius von Jan durch seine Bußtagspredigt, die er am 16. November 1938 in der Oberlenninger St. Martinskirche gehalten hatte. Darin hatte er die Verfolgung der Juden angeprangert. Er wurde daraufhin inhaftiert, weil er gegen den „Kanzelparagrafen“ verstoßen hatte. Die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“, die die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ihm bereits vor zwei Jahren verliehen hat, würdigt das Engagement des Pfarrers gegen die Verfolgung von Juden während des Nationalsozialismus. Von Jan hatte als NS-Widerstandskämpfer zur Bekennenden Kirche gehört. Mit der Auszeichnung werden seit 1963 Nichtjuden geehrt, die ihr Leben riskierten, um Juden während des Holocaust zu retten. Weltweit haben diesen Ehrentitel bislang über 27700 Personen bekommen. Vergangenes Jahr weihte die ­Julius-von-Jan-Kirchengemeinde in einer Feierstunde im Garten der St. Martinskirche einen Gedenkort für den Pfarrer ein. ank


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