Lenninger Tal

Jeder zehnte ältere Mensch hat ein SuchtproblemInfos

„Alkohol im Alter“ ist ein Schwerpunkt der Aktionswoche Alkohol vom 13. bis zum 21. Juni

10 bis 15 Prozent der alten Menschen, die ambulant oder stationär betreut werden, haben ein Suchtproblem. Aber: Alkohol wird im Alter nicht mehr so gut vertragen

Esslingen. Wer mit alten Menschen zu tun hat, ob beruflich in der Alten- oder Krankenpflege oder privat in der Familie oder Nachbarschaft, kann es wahrnehmen: Viele alte Menschen sind alkohol- oder medikamentenabhängig. Wenn gleichzeitig Medikamente eingenommen werden, kann Alkohol die Wirkung verändern oder gar verstärken.

Seit Jahren bietet das Fachteam „Sucht im Alter“ des Aktionskreises Suchtprophylaxe, mit Suchtberatung und Sozialpsychiatrischem Dienst für alte Menschen (SOFA) Nürtingen, un-ter Federführung der Beauftragten für Suchtprophylaxe, Unterstützung für den Bereich der Alten- und Kran-kenpflege und Fachveranstaltungen. Erhebungen im Landkreis bestätigen immer wieder, dass Sucht im Alter ein drängendes Thema ist, und dass ein deutlicher Unterstützungsbedarf besteht.

Regelmäßig werden daher Grundlagen- und Vertiefungsseminare „Sucht im Alter“ für Fachkräfte durchgeführt, ebenso wie Unterrichtsbausteine in der Ausbildung der Alten- und Krankenpflege. Fachveranstaltungen werden landkreisweit für alle interessierten Einrichtungen angeboten, auf Anfrage in Senioreneinrichtungen, Selbsthilfegruppen, beim Kreisseniorenrat, in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und in Kirchengemeinden

Ziel des Fachteams ist es, alle Einrichtungen mit ihren Fachkräften systematisch zu erreichen und nied-rigschwellige, passgenaue Hilfen für Betroffene selbst und die pflegenden Angehörigen zu ermöglichen. Ebenso ist das Ziel präventiv zu wirken durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Aktuell lädt das Fachteam „Sucht im Alter“ des Aktionskreises Suchtprophylaxe die Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege zu einer Fortbildung am 6. Juli, von 13 bis 17.30 Uhr, in die Stiftung Tragwerk in Kirchheim ein. In der Fortbildung geht es darum, wie man Suchtentwicklungen frühzeitig erkennen kann. Häufig gibt es allerdings für die Fachkräfte wenig Spielraum, um sich intensiv mit den Betroffenen darüber auseinanderzusetzen. Vermittelt werden soll, wie man durch eine motivierende Gesprächsführung in sogenannten Tür- und Angelgesprächen Betroffene und Angehörige motivieren kann, sich Hilfe zu holen und sie anzunehmen.

Thematisiert werden soll auch die Frage, wie es mit der eigenen Betroffenheit der Fachkräfte steht und inwieweit sie es hindert, offen mit Betroffenen umzugehen. Die Fortbildung will die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung bei der Pflege und Hilfe anstoßen: Wie weit geht die eigene Verantwortung, und wo sind die Grenzen? Was ist hilfreich und was stärkt für die Arbeit? Zudem werden in der Fortbildung die Hilfsangebote und Ansprechpartner im Landkreis aufgezeigt.

Referenten sind Evelyn Groß, Psychosoziale Beratungsstelle Nürtingen, und Andreas Kenner, Sozialpsychiatrischer Dienst für alte Menschen (SOFA) Nürtingen. Ein Flyer wurde an die Einrichtungen im Kreis geschickt und kann angefordert werden.

Infos gibt die Beauftragte für Suchtprophylaxe, Elke Klös, Telefon 07 11/39 02 25 71, E-Mail: Kloes.Elke@LRA-ES.de, www.aktionswoche-alkohol.de

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