Lenninger Tal

Jung und ausgezeichnet

Nachwuchs Die 23-jährige Vanessa Selina Emulo aus Owen gilt als großes Talent im Friseurhandwerk. Bereits im Januar beginnt die Stipendiatin mit der Meisterschule in Stuttgart. Von Andrea Rothfuß

Kreativ, neugierig und offen war Vanessa Selina Emulu schon als Kind, und diesen Weg hat sie auch beruflich bereits in sehr jungen Jahren eingeschlagen. Als kleines Mädchen frisierte sie ihre Barbiepuppe und verpasste ihr trendige Frisuren, als Jugendliche hatte Vanessa Selina selbst schon alle Haarfarben auf dem Kopf und war sehr experimentierfreudig, was Länge, Schnitt und Farbe angeht. Ihre Tante ist Friseurin, ihre beste Freundin auch. Für ihre Mama Brigitte Emulo war schon immer klar, dass ihre Tochter „diesen Beruf ausüben wollte und das genau ihr Ding ist“. Und so bekam Vanessa Selina auch in der Familie immer Unterstützung in ihrer Berufswahl. Man ist stolz auf das, was die Tochter schon erreicht hat und an Pokalen, Auszeichnungen und Medaillen mit nach Hause gebracht hat.

Vanessa Selina Emulo ist preisgekrönte Jungfriseurin aus Owen. Zu Hause hat sie neun Übungsköpfe stehen und einen Koffer mit all
Vanessa Selina Emulo ist preisgekrönte Jungfriseurin aus Owen. Zu Hause hat sie neun Übungsköpfe stehen und einen Koffer mit allem, was man als Friseur benötigt. Damit ist sie für Leistungswettbewerbe gut gerüs­tet: Foto: Andrea Rothfuß

23 Jahre ist Vanessa Selina jung, nach der Realschule absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Seniorenzentrum, um erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Doch erst als sie die Ausbildung zur Friseurin begann, blühte sie beruflich richtig auf und ist seitdem ganz in ihrem Element. Sie arbeitete zur Probe in einem Friseurladen in Ötlingen und bekam prompt einen Ausbildungsvertrag angeboten. „Natürlich muss man sich dann erst einmal an das lange Stehen gewöhnen, aber das ging schnell. Und der Beruf macht mich einfach glücklich, man ist kreativ und hat etwas mit Menschen zu tun.“ Schon als Lehrling hat sie viel nachgefragt, ausprobiert, bekam einiges gezeigt, und ihr Talent kam so schon früh zum Vorschein.

Die duale Ausbildung absolvierte sie mit Bravour, Belobigungen am Ende der Schuljahre folgten. Sie wurde Kammersiegerin Stuttgart und Innungssiegerin Esslingen-Nürtingen, zweite Landessiegerin Baden-Württembergs im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend im Friseurhandwerk und wurde nun für ein Stipendium für die Friseurakademie in Stuttgart vorgeschlagen. „Im Hinterkopf hatte ich schon immer, die Meisterprüfung zu machen, um dort das zu perfektionieren, was ich gelernt habe und um mir neue Techniken und Feinheiten anzueignen.“

Vanessa Selina Emulo ist preisgekrönte Jungfriseurin aus Owen. Zu Hause hat sie neun Übungsköpfe stehen und einen Koffer mit all
Vanessa Selina Emulo ist preisgekrönte Jungfriseurin aus Owen. Zu Hause hat sie neun Übungsköpfe stehen und einen Koffer mit allem, was man als Friseur benötigt. Damit ist sie für Leistungswettbewerbe gut gerüs­tet: Foto: Andrea Rothfuß

Dass sie direkt nach Abschluss ihrer Lehre schon die Meisterschule besuchen möchte, ist in ihrer Branche eine Ausnahme, aber die 23-Jährige weiß eben, was sie kann und was sie erreichen möchte. Deshalb könnte sie sich auch vorstellen, nach der Meisterschule noch auf Lehramt zu studieren, um dann in der Berufsschule zu unterrichten. Denn der Beruf hat viel zu bieten, und die 23-Jährige würde gerne ihren Spaß daran anderen vermitteln. „Es gibt viele Vorurteile zu diesem Beruf. Aber in der Praxis merkt man, dass es anders ist. Ich würde immer zuerst ein Praktikum machen, um festzustellen, ob der Beruf der richtige sein könnte. Man muss den Kontakt mit Menschen mögen, ein kommunikativer, offener Mensch sein.“ In die Ferne zieht es Vanessa Selina nicht. Zwar ist sie mit einer Freundin immer wieder in Berlin unterwegs, aber dort zu leben könnte sie sich nicht vorstellen. Zu eng ist die Beziehung zu ihren Eltern und ihrem Wohnort, sie genießt hier die Natur, trifft sich mit Freunden und tankt daheim Kraft.

Vanessa Selina Emulo ist preisgekrönte Jungfriseurin aus Owen. Zu Hause hat sie neun Übungsköpfe stehen und einen Koffer mit all
Ihr Handwerk hat sie im Griff. Foto: Andrea Rothfuß
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