Lenninger Tal

„Junge Chöre laufen gut“

Wie viele Gesangvereine im Chorverband teilen denn das Schicksal des Liederkranzes Gutenberg?

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Udo Goldmann: Gemessen an anderen Verbänden hält es sich noch im Rahmen. In den letzten vier Jahren waren es drei Gesangvereine, die sich aufgelöst haben. Wenn man sich allerdings den Altersdurchschnitt vieler Chöre anschaut, fürchte ich, dass das erst der Beginn ist.

Gibt es denn Ideen, wie sich der Entwicklung gegensteuern lässt?

Goldmann: Wir vom Dachverband können den Vereinen nur Vorschläge machen. Einer ist, Kooperationen einzugehen und mit benachbarten Chören einen größeren auf die Beine zu stellen. Eine andere Idee ist, Vocalensembles mit vier bis acht Personen zu gründen, die Zuhörern zeigen, wie schön Chorgesang sein kann.

Müsste man nicht auch die Kinder zum Singen animieren?

Das halte ich für wesentlich schwieriger, aber auch nicht für ganz aussichtslos. Man müsste Menschen finden, die Kinderchöre gründen, beispielsweise über Kindergärten und Schulen.

Wie läuft es mit den „Jungen Chören“?

Die haben wir vor zehn Jahren gegründet. Sie laufen gut. Das ist ein Phänomen. Sie waren im Schwäbischen Chorverband die ersten, die fremdsprachige Lieder, Rock- und Poptitel gesungen haben. Immer öfter übernehmen sie die Funktion der Stammchöre und sind inzwischen gar nicht mehr so jung.

Wie wird es mit den „Jungen Chören“ weitergehen?

Die Älteren wollen keine englischen Lieder singen, die Jüngeren keine klassische Volksliedliteratur. Wenn aber die „Jungen Chöre“ singen, jubelt der ganze Saal. Die Zustimmung, die sie bekommen, wird immer größer. Anke Kirsammer