Lenninger Tal

Kämmerer vermeldet gute Zahlen

Haushalt Lenningen hat nach wie vor ein ordentliches Finanzpolster.

Symbolbild

Lenningen. Deutlich positiver als erwartet präsentieren sich die Finanzen der Gemeinde Lenningen. „Genießen wir den Augenblick“, so kommentierte Bürgermeister Michael Schlecht die Jahresrechnung für 2016, wohl wissend, dass die Gewerbesteuereinnahmen für eine Gemeinde mit 8 000 Einwohnern eigentlich zu gering sind.

Wie Kämmerer Rudolf Mayer erläuterte, hat die Gewerbesteuer dennoch erheblich zu dem letztjährigen guten Ergebnis beigetragen. Das Aufkommen in Höhe von 2,2 Millionen Euro lag 600 000 Euro über dem Plan. Ein Plus in der gleichen Größenordnung bescherten Grundstücksverkäufe. Angenommen hatte der Kämmerer, dass der Vermögens- den Verwaltungshaushalt mit 270 000 Euro stützen muss, doch ermöglichen hohe Einnahmen und geringere Ausgaben, dass Geld in die umgekehrte Richtung fließt.

Auf Kredit verzichtet

Unterm Strich beträgt die Zuführungsrate 1,7 Millionen Euro. Deutlich geringer als geplant schmolz die Rücklage: Vorgesehen war eine Entnahme in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Tatsächlich benötigt wurden 900 000 Euro. Damit belief sich das finanzielle Polster zum Ende des Jahres auf 10,3 Millionen Euro. Auf einen eingeplanten Kredit in Höhe von einer Million Euro konnte die Gemeinde verzichten.

Trotz der guten Zahlen brach Rudolf Mayer nicht in Euphorie aus: „Wenn bei den Einnahmen ein Tal kommt, wird es uns schwerfallen, den Ausgabenblock zu decken“, sagte er.

„Tücken“ des Haushalts

Gemeinderat Karl Boßler lenkte das Augenmerk auf die „Tücken“ des Haushalts: Für problematisch hielt er den Griff in den Sparstrumpf. Bei den Einnahmen aus Grundstücksverkäufen handle es sich zudem lediglich um eine Umschichtung, die die Gemeinde ärmer mache.

Georg Zwingmann rief dazu auf, die Realität anzuerkennen und wehrte sich dagegen, die Situation schlechtzureden. „Ich bin seit 20 Jahren im Gemeinderat und immer heißt es, wir sind kurz vor der Verschuldung“, stellt er fest. Entscheidend sei, wofür man das Geld einsetze. Michael Schlecht verteidigte das Abschmelzen der Rücklage auch in den kommenden Jahren ebenfalls: „Wir haben Aufgaben vor uns, die ordentlich ins Geld gehen.“ Einstimmig stellte der Lenninger Gemeinderat die Jahresrechnung 2016 fest.Anke Kirsammer

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