Lenninger Tal

Keine Schelte von den Eltern

Kinderbetreuung Es läuft in Owen. Die Stadt am Fuße der Teck kann für alle Knirpse einen Kindergartenplatz anbieten. Es gibt nur eine kleine Einschränkung: Der Wunschplatz kann nicht garantiert werden. Von Iris Häfner

Im Kindergarten Bahnhofstraße in Owen ist zwar ein Raum frei, es fehlt aber an Erzieherinnen.  Foto: Jean-Luc Jacques
Im Kindergarten Bahnhofstraße in Owen ist zwar ein Raum frei, es fehlt aber an Erzieherinnen. Foto: Jean-Luc Jacques

Da war selbst Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger überrascht. Weil sie aus ihrer Sicht nicht die besten Nachrichten für die Eltern im Gepäck wähnte, ging sie eher defensiv zur Gesamtelternbeiratssitzung. Doch dann die Überraschung: „Wir haben positive Rückmeldungen bekommen. Die Eltern sind zufrieden mit Angebot und Qualität“, teilte die Stadtchefin dem Gemeinderat mit. Im Vergleich zu anderen Kommunen stehe die Stadt gut da. „Wir dürfen ruhig etwas selbstbewusster sein, zumal wir unsere Bedarfsplanung selbst machen“, erklärte Verena Grötzinger.

Die positive Nachricht, die bei den Eltern angekommen ist: Für jedes Kind gibt es einen Platz im Kindergarten. „Die Planung rechnet mit Kindern, die noch gar nicht geboren sind“, verdeutlichte sie das Vorgehen. Wenn die einjährigen Kinder berücksichtigt sind, kann die Stadt weiterhin noch freie Plätze vermerken - wenn auch nicht allzu üppig. „Bei der Krippe geht es grad so auf“, sagte Verena Grötzinger.

Der Fehlbetrag für die Stadt liegt bei rund einer Million Euro jährlich. Pro Kind besteht ein monatlicher Fehlbetrag von knapp 450 Euro, was in der Summe rund 5000 Euro im Jahr beträgt. Insgesamt verfügt Owen über 149 Ü3-Plätze. „Diese erscheinen nach der rechnerischen Bedarfsermittlung bis einschließlich 2022 ausreichend“, so die Bürgermeisterin. Für jedes Kind gibt es einen Platz - aber nicht an jedem Standort. Owen hat zwei Einrichtungen: den Kindergarten in der Bahnhofstraße und im Rinnenweg. „Geschwisterkinder werden bevorzugt“, stellte Verena Grötzinger klar. Künftig kann Owen aber keine Kinder mehr aus anderen Orten aufnehmen. Allerdings gibt es mit einer ortsansässigen Firma eine Regelung für drei Plätze. „Das ist ein gutes Zeichen für das Miteinander in unserer Stadt. Auch mit weiteren Unternehmen sind wir im Gespräch“, sagte sie.

Im Kindergarten Bahnhofstraße gibt es ein kleines Defizit. Die Lage bei den Erzieherinnen ist angespannt. „Für die Kleinkindbetreuung hätten wir zwar einen Raum, aber es fehlt uns das Personal. Wir haben die Stelle ausgeschrieben - aber die Erzieherinnen haben alle mehrere Bewerbungen vorliegen und können sich für die aus ihrer Sicht attraktivste Stelle entscheiden“, gab Verena Grötzinger zu bedenken.

Dazu kommt noch die Änderung des Einschulungsstichtags von September auf den 30. Juni. „Es gibt zwar eine dreistufige Übergangsregelung von jährlich jeweils einem Monat, aber für uns bedeutet das: künftig mehr Kindergartenplätze einrechnen“, erklärte die Stadtchefin.

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