Lenninger Tal

Kindergarten reduziert die Flexibilität

Betreuung Ab jetzt müssen auch Hülber Eltern planen, wann sie ihren Nachwuchs in den Kindergarten bringen und wieder abholen.

Symbolbild

Hülben. Mit der Zukunft des evangelischen Kindergartens in Hülben hat sich der gemeinsame Kindergartenausschuss beschäftigt, dem neben Pfarrer Ralph Hermann und dem Hülbener Bürgermeister Siegmund Ganser auch Vertreter des Gemeinde- und Kirchengemeinderats angehören. Dabei zeigte sich: Der Kindergarten wird von Trends getrieben, die sich in den Wünschen der Eltern manifestieren.

Kindergartenleiterin Marion Lüer stellte in ihrem Bericht klar: „Wir stoßen an unsere Grenzen.“ Aktuell würden im Kindergarten in der Schillerstraße 110 Kinder betreut, neun davon in einer betreuten Spielgruppe im U3-Bereich. Neben der Regelzeit bietet der Kindergarten auch verlängerte Öffnungszeiten und eine Ganztagsbetreuung von Montag bis Donnerstag, 7 bis 16 Uhr, an. „Die Anmeldungen zum Ganztag und für die verlängerten Öffnungszeiten nehmen eklatant zu“, erklärte Lüer nun dem Gremium. „Dem müssen wir Rechnung tragen - die Eltern wollen das.“ Vor allem Neuanmeldungen seien fast immer mit diesen erweiterten Betreuungszeiten verbunden.

Personalplanung erschwert sich

Die Personalplanung gestaltet sich zunehmend schwieriger, auch weil es unterschiedliche Gruppengrößen gibt. Erschwerend kommt hinzu: Bislang konnten die Eltern tageweise - mitunter sogar direkt am Vormittag - entscheiden, ob sie ihr Kind nur in der Regelzeit oder in den verlängerten Öffnungszeiten im Kindergarten belassen wollten. „Wir haben das gerne so angeboten und angenommen“, sagt Lüer. „Das geht aber nicht mehr.“ Die Eltern sollen daher in Kürze gebeten werden, verlässlich mitzuteilen, was sie bis zu den Sommerferien wünschen, damit der Kindergarten planen kann.

An überschüssigen Plätzen zählt der Bericht zur Bedarfsplanung der Gemeinde für das Kindergartenjahr 2017/18 nur einen freien Platz, für das kommende Jahr 25 freie Plätze - sofern der geplante Waldkindergarten realisiert wird. Der Kindergartenausschuss beschloss dennoch, die im vergangenen Jahr gebildete, zusätzliche VÖ-Kleingruppe beizubehalten.

„Wir könnten sie einstellen, dann wären alle anderen Gruppen aber voll belegt“, erklärte Bürgermeister Siegmund Ganser. Die Gruppe solle zudem auch im Hinblick auf die beiden Erzieherinnen erhalten bleiben, damit diese die Gemeinde nicht verlassen.

Kapazitäten will sich die Gemeinde auch im Hinblick auf die ungewisse Flüchtlingssituation und die geplanten neuen Baugebiete erhalten. „Wir freuen uns auf jedes kleine Kind“, betonte Ganser. Alexander Thomys

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