Lenninger Tal

Kreative Ideen sind gefragt

Haushalt Die Gemeinde Lenningen möchte nicht an der Steuerschraube drehen. Geplant sind unter anderem Energiekonzepte für Feuerwehrhäuser, Schulgebäude, Kindergärten und Hallen. Von Anke Kirsammer

Mit einem gut 300 Seiten starken Paket hat Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht die Gemeinderäte in die Winterpause geschickt. Der Entwurf des Haushaltsplans für 2017 liefert nicht gerade Grund zum Jubeln: Um den Verwaltungsetat ausgleichen zu können, ist voraussichtlich ein Griff in den Sparstrumpf nötig. Der Fehlbetrag liegt bei 174 000 Euro. Schlecht gibt sich jedoch optimistisch: „Ich bin guten Mutes, dass wir dieses Defizit durch vorausschauendes Wirtschaften vermeiden können.“

Trotz der etwas klammen finanziellen Situation will der Verwaltungschef nicht an der Steuerschraube für Gewerbe oder Grund und Boden drehen. Eines der größten Vorhaben soll nach seinen Plänen die Sanierung des Tobelkindergartens in Oberlenningen für eine Million Euro sein. Den Umfang dieses Projekts möchte er daran knüpfen, in welcher Höhe Fördergelder vom Land fließen. Das gilt auch für die Sanierung der Ortsmitte Oberlenningen, dem 2017 finanziell größten Vorhaben. Im Frühjahr legt der Gemeinderat die Wettbewerbsauslobung fest. „Ich bin gespannt, wie sich die Stadtplanungsbüros die bauliche Entwicklung vorstellen können“, so Schlecht.

Die Gewerbesteuer ist mit 1,8 Millionen Euro gemäß dem Rathauschef zu gering, um die Aufgaben der Gemeinde erfüllen zu können. Deshalb setzt er auf Vorschläge zur Ansiedlung von Firmen durch die interkommunale Standortstudie „Handel, Gewerbe und Tourismus“. Um auf Ideen reagieren zu können, hält der Entwurf 50 000 Euro vor.

Große Ausgabenbrocken sind neben der Finanzausgleichsumlage an das Land in Höhe von 2,1 Millionen Euro und einer Kreisumlage mit 3,1 Millionen Euro die Personalkosten. Sie belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro. Allein im Bereich Bildung und Betreuung haben sich die Ausgaben für das Personal innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. „Nicht alle Betreuungswünsche können erfüllt werden und schon gar nicht in jedem Ortsteil“, hebt Schlecht hervor. Trotz der hohen Kosten für die Beschäftigten beantragt er für den Bauhof eine Personalstelle. „Das soll ermöglichen, die öffentlichen Grünflächen konsequenter zu bewirtschaften und das Erscheinungsbild der Friedhöfe zu verbessern.“ Mit der Schaffung einer Stelle wäre auch der Kauf eines Bauhoffahrzeugs verbunden.

Ein wichtiges Ziel ist für den Rathauschef die Ausweisung eines neuen Baugebiets. Primär denkt er dabei an den „Lüxen“ in Brucken. Sollte sich die Erschließung nicht verwirklichen lassen, möchte die Gemeinde eine Alternative suchen. Vorgesehen ist darüber hinaus das Erarbeiten von Energiekonzepten für Feuerwehrhäuser, Schulgebäude, Kindergärten und Hallen. Dafür stehen 78 000 Euro im Planwerk.

Geld in die Hand nehmen will die Verwaltung auch für den Ausbau des Dachgeschosses der Lindenschule Unterlenningen für die Schulkindbetreuung und die Schulsozialarbeit, den Umbau des Kindergartens Kunterbunt in Brucken und den Austausch der Tore am rückwärtigen Teil des Feuerwehrhauses in Unterlenningen. Enthalten sind in dem Entwurf Beträge für die Sanierung des Kirchturms der Johanneskirche in Schopfloch, für den Kauf weiterer Bewegungsgeräte für Senioren und für neue Stühle in den Bruckener Vereinsräumen. An dem Mobiliar macht Schlecht die besondere Struktur Lenningens fest: Seit 2012 hat die Kommune dann insgesamt 130 000 Euro für 1 670 Stühle in sechs öffentlichen Gebäuden ausgegeben.

Kopfzerbrechen bereitet dem Rathauschef nach wie vor die Suche nach Räumen für Bürger und Vereine in Hochwang. „Hier sind kreative Ideen gefragt“, betont er. Die für den Umbau der ehemaligen Schule veranschlagten 755 000 Euro bleiben vorläufig im Etat stehen. Saniert werden sollen die Hohe Steige und der Gehweg am Burgsteig. Welche Gemeindestraßen und Feldwege sonst auf Vordermann gebracht werden, ist noch nicht festgezurrt. Um zeitgemäße Begräbnisformen zunächst in Ober- und Unterlenningen zu schaffen, stehen insgesamt 165 000 Euro bereit.

Keine Mittel veranschlagt hat die Verwaltung für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft zur Anschlussunterbringung. Zum einen erklärt Schlecht dies mit Haushaltsresten, zum anderen strebt er keinen Neubau an. Obwohl keine originäre Aufgabe der Gemeinde, sollen dennoch 30 000 Euro für die Betreuung von Flüchtlingen bereitgestellt werden.

Am 17. Januar beziehen die Wählervereinigungen Stellung, die Generaldebatte ist für den 7. Februar vorgesehen, die Verabschiedung des Etats für den 21. Februar.

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