Lenninger Tal

Kreissparkasse bereitet Großbaustelle vor

Im März 2016 beginnt der Abbruch der Esslinger Zentrale – Tiefbauamt erläutert Verkehrskonzept

Etwas mehr als 40 Jahre hat die Zentrale der Kreissparkasse in der Esslinger Bahnhofstraße auf dem Buckel. Jetzt sind die Tage des Gebäudes, das ursprünglich als Kaufhaus konzipiert war, gezählt. Im Frühjahr beginnt der Abbruch. Mitte 2018 soll der Neubau bezogen werden. Über die Begleitumstände der Arbeiten hat der Bauherr jetzt die Anlieger informiert.

Konzentration auf zwei Standorte
Konzentration auf zwei Standorte

Esslingen. Großbaustelle in Sicht: Während sich die Kreissparkasse mit dem Neubau auf dem Vogelsang-Areal ebenso auf der Zielgeraden befindet wie mit der Sanierung des früheren Gasthauses „Falken“, wartet schon die nächste Herausforderung. Voraussichtlich im März fällt in der Esslinger Bahnhofstraße der Startschuss für die neue Zentrale. Sie bildet den Abschluss der Investitionen, die sich in Esslingen für alle drei Vorhaben auf insgesamt 65 Millionen Euro belaufen.

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Die Nachbarn blicken der Entwicklung vor ihrer Haustür gespannt entgegen. Sie müssen in den nächsten Jahren mit Lärm und Baustellenverkehr rechnen. Die Kreissparkasse hat 50 Gästen gegenüber versichert, dass sie alles tun wird, um negative Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Gemeinsam mit der Stadt ist zudem ein Konzept ausgetüftelt worden, das Antworten auf die Verkehrsfragen liefert. Thomas Feiert, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, hält die Einschränkungen für überschaubar und beherrschbar.

Eine der wichtigsten Vorgaben für den Bauherrn sieht vor, dass maximal drei Lastwagen gleichzeitig im Bereich der Baustelle stehen dürfen. Zusätzliches Personal muss – so sieht es die Genehmigung vor – die Abläufe regeln. Neben Baufahrzeugen können nur Anlieger und Zulieferer von der Ringstraße in die Bahnhofstraße abbiegen. Fußgänger müssen auf dem Weg in die Bahnhofstraße teilweise Umwege in Kauf nehmen. Radfahrern will die Stadt vorschreiben, im Bereich der Baustelle abzusteigen.

Die Gefahr, dass der ohnehin schon zähflüssige Verkehr im Bereich des Bahnhofs künftig noch stärker ins Stocken gerät, glaubt Feiert ausschließen zu können. Solche Zuversicht hängt auch mit der Absicht zusammen, im Januar die Fußgängerfurt am Eingang der Bahnhofstraße zu verlegen. „Damit zieht das Tiefbauamt die Konsequenz aus der Erfahrung, dass die heutige Querung am Busbahnhof die Abläufe allzu sehr behindert.“ Auch für den ruhenden Verkehr sieht Ulrich Unger, Pressesprecher der Kreissparkasse, keine unlösbaren Probleme. „Anwohner erhalten das Recht, mit ihren Parkausweisen auf andere Zonen auszuweichen“, kündigt er an. Den vorübergehenden Wegfall der 160 Parkplätze in der eigenen Tiefgarage hält er mit Blick auf die Tatsache, dass das Parkhaus am Bahnhof freie Kapazitäten hat, für verkraftbar.

Mit den Auskünften zeigen sich die Anlieger zufrieden. Das gilt auch für die Information, dass die Bauarbeiten montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr laufen. „Für Abweichungen ist eine Sondergenehmigung erforderlich, die nur erteilt wird, wenn überzeugende Gründe vorgebracht werden“, so der stellvertretende Leiter des Tiefbauamts. Mehr Sorgen bereitet die Aussicht auf die Großbaustelle dagegen einem Geschäftsmann am Kronenhof. Er fürchtet um die Erreichbarkeit seines Ladens.

Offen bleibt zunächst die Frage nach den Folgen für den Wochenmarkt, der während des Zwiebelfests, des Handballturniers und des Weihnachts- und Mittelaltermarkts in die Bahnhofstraße ausweicht. Die Engstelle im Bereich der Kreissparkasse wird dazu führen, dass für die Gemüse- und Obstbauern vorübergehend weniger Platz zur Verfügung steht. Feiert räumt ein, die Details noch klären zu müssen. Mit diesem Thema will er sich etwas Zeit lassen. „Wenn wir die ersten Erfahrungen mit der Baustelle gesammelt haben, können wir angemessener reagieren, als es heute möglich wäre.“

Ulrich Unger weiß, dass die Bauzeit für Geschäftsleute und Anwohner in der Nähe nicht ganz einfach wird. Er wirbt deshalb im Vorfeld auch bei den Nachbarn für die Aussichten, die sich mittelfristig eröffnen. „Wir bauen ja nicht nur eine neue Zentrale für die Kreissparkasse“, sagt er. Das ganze Quartier werde von diesen Investitionen profitieren. Eine solche Aufwertung, so fügt er hinzu, sei ja wohl auch im Sinne der Anlieger.

Konzentration auf zwei Standorte

Konzentration auf zwei Standorte
Konzentration auf zwei Standorte

Die Kreissparkasse verfolgt mit ihren aktuellen Investitionen das Ziel, ihre 700 Mitarbeiter in der Esslinger Innenstadt an zwei Standorten zu konzentrieren. Bisher sind sie auf fünf Adressen verteilt. In einem ersten Schritt entsteht derzeit am Rand der Maille auf dem Vogelsang-Areal ein Neubau. Er kann im Januar bezogen werden. Nachdem der zunächst angestrebte Abbruch abgewendet worden ist, steht auch die Sanierung des denkmalgeschützten „Falken“ vor dem Abschluss. Das Eckgebäude in der Bahnhofstraße wird ab Januar zunächst für den inneren Dienstbetrieb genutzt. Nach Abschluss der gesamten Bauarbeiten ist dort Kundenverkehr geplant. Im Januar 2016 beginnt die Räumung der heutigen Zentrale in der Bahnhofstraße. Die meisten Mitarbeiter wechseln in die neuen Räume auf dem Vogelsang-Areal. Als Adresse für das Kundengeschäft dient während der Bauzeit der Württemberger Hof an der Ecke Bahnhof-/Neckarstraße. Der Altbau der Zentrale, der aus dem Jahr 1974 stammt, wird voraussichtlich ab März ausgebeint und abgebrochen. Nicht betroffen ist der Anbau am Kronenhof, der aus dem Jahr 1993 stammt. Im Sommer beginnt der Neubau, der Mitte 2018 abgeschlossen werden soll. Der Abbruch wird mit räumlichen und energetischen Mängeln begründet. Sie hängen nicht zuletzt mit dem Umstand zusammen, dass das Gebäude ursprünglich für ein Kaufhaus konzipiert worden war. Im Zusammenhang mit dem Neubau steigt die Zahl der Parkplätze in der Tiefgarage von 160 auf 200.