Lenninger Tal

Lenningen schafft weitere Kitaplätze

Kindergarten Steigende Kinderzahlen und ein vermehrter Bedarf in der Ganztagsbetreuung sowie im U-3-Bereich machen einen Ausbau notwendig. In Brucken wird weiter aufgestockt. Anke Kirsammer

Am 1. März ist in Brucken eine Kleingruppe für maximal zwölf Kinder an den Start gegangen. Sie wird zum Beginn des kommenden Jah
Am 1. März ist in Brucken eine Kleingruppe für maximal zwölf Kinder an den Start gegangen. Sie wird zum Beginn des kommenden Jahres zu einer Regelgruppe.Foto: Jean-Luc Jacques

In Lenningen steigen die Geburtenzahlen. Nicht nur deshalb benötigt die Gemeinde weitere Kindergartenplätze. Mehr und mehr Eltern melden auch ihre Kleinkinder zur Betreuung an, und der Bedarf an Ganztagsplätzen wächst. Eine rasche Entlastung soll zum 1. Januar kommenden Jahres die Umwandlung der Bruckener Kleingruppe für zwölf Kinder in eine Regelgruppe bringen. Zudem beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung damit, nach Standorten zu suchen, auf denen sogenannte Systembauten erstellt werden können.

„Viele Dinge ändern sich in dem Bereich plötzlich. Ich erlebe keinen Tag, an dem im Rathaus nicht versucht wird, zu jonglieren und Kindergartenplätze freizumachen“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht. Schon der Zuzug von drei oder vier Familien werfe die Planungen durcheinander. Dauerhaft komme die Gemeinde nicht weiter, ohne baulich nachzurüsten. Das untermauert das Statistische Landesamt, das prognostiziert, dass die Zahl der zu betreuenden Lenninger Kinder von 2015 bis 2025 um zehn Prozent steigt. Mangels Alternativen plädierte Schlecht dafür, im Rahmen der Ortskernsanierung Oberlenningen nach einer Lösung zu suchen.

Wie Hauptamtsleiter Günther Kern erklärte, sind die Gruppen in Brucken, Hochwang, Ober- und Unterlenningen im Juli 2018 voll. Luft gibt es dann nur noch in Gutenberg und Schopfloch. Kinder aus anderen Ortsteilen dort zu betreuen, sehen aber weder Rat noch Verwaltung als Alternative. Weil es dagegen nicht anders machbar ist, werden Unterlenninger Kinder derzeit häufig nach Brucken in den Kindergarten geschickt. Vermehrt hält auch das Thema Inklusion Einzug: Betreut werden derzeit fünf, bald sechs behinderte Kinder. „Mit unseren räumlichen und personellen Ressourcen haben wir damit das Machbare erreicht“, erklärte Kern. Noch nicht absehbar ist für die Gemeinde momentan, wie viele Plätze Flüchtlingsfamilien in den nächsten Jahren benötigen. Insgesamt schoss die Gemeinde ihren Kindergärten 2016 gut 1,3 Millionen Euro zu. Die Elternbeiträge deckten lediglich 12,5 Prozent der Kosten.

Während Gemeinderat Kurt Hiller den stark gestiegenen Zuschussbedarf monierte, begrüßte Georg Zwingmann den Anstieg der Kinderzahlen. „Sie sichern die Zukunft einer Kommune.“ Er sprach sich für eine ortsnahe Betreuung aus. Überlegt werden müsse allerdings, welche Angebote man in welchem Ortsteil vorhalten könne. Falk Kazmaier brach eine Lanze für die Inklusion: „Sie kostet Ressourcen. Aber sie lohnt sich.“ Sie könne in der Schule nur gelingen, wenn im Kindergarten damit begonnen werde. Volker Hofmanns Anregung, über Alternativen wie einen Waldkindergarten nachzudenken, begegnete Schlecht zurückhaltend: „Das in eigener Regie umzusetzen, ist schwierig. Wenn aber jemand auf uns zukommt, bin ich dafür offen.“

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