Lenninger Tal

Leuze sichert San Franciscos Wahrzeichen

Technologie Der Owener Sensor-Experte hat sich mit Blick auf Industrie 4.0 neue Ziele gesetzt und ist mit Microsoft eine Kooperation eingegangen. Von Iris Häfner

Die Firma Leuze electronic aus dem beschaulichen Owen ist weltweit aktiv.Foto: Leuze
Die Firma Leuze electronic aus dem beschaulichen Owen ist weltweit aktiv.Foto: Leuze

Völlig unspektakulär sehen die Hightech-Geräte aus, auch durch Größe fallen sie nicht weiter auf. Die unscheinbaren Gehäuse sind rot oder gelb lackiert und meist eckig geformt. Der neueste, mehrfach ausgezeichnete Star allerdings fällt eher wegen seiner rundlichen Form auf und hört auf den schönen Namen RSL 400. Dahinter verbirgt sich ein Sicherheits-Laserscanner, der beispielsweise Arbeiter davor schützt, wegen Unachtsamkeit in eine Maschine zu geraten.

Entwickelt und produziert wurde der Scanner bei der Firma Leuze electronic in Owen, deren Produktpalette aus mehr als 40 000 Artikeln besteht. Direkt unter der Teck arbeiten rund 500 Menschen in Produktion, Entwicklung und Verwaltung. „Das zweistellige Unternehmenswachstum sorgt dafür, dass derzeit nicht nur Bürogebäude und Parklätze erweitert werden, sondern auch die Kapazitäten in Fertigung und Hochregallager am Standort Owen weiter ausgebaut werden“, bekennt sich Geschäftsführer Ulrich Balbach klar zum traditionellen Firmensitz.

Die Wurzeln der rund 150-jährigen Firmengeschichte liegen in der Textilindustrie, daraus entwickelte sich im Jahr 1963 die Elektroniksparte. In einem Werksabteil der einstigen Weberei wurden Sensoren für die eigenen Textilmaschinen entwickelt. Dieses Modell zieht sich bis heute durch: Viele Eigenprodukte steuern die Produktion unter der Teck.

Zwischenzeitlich ist Leuze electronic ein Global Player, die Ziele sind hoch gesteckt. „Wir streben die Weltmarktführerschaft an“, sagt Ulrich Balbach selbstbewusst. Dabei hat sie die fünf Segmente im Blick, auf die sich der Sensor-Experte fokussiert hat: Intralogistik, Verpackungs- und Automobilindustrie, Werkzeugmaschinenbau und Medizintechnik. Über 1 000 Mitarbeiter in 18 Tochtergesellschaften und fünf Produktionsstandorten auf den Kontinenten Amerika, Asien und Europa sind in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service tätig. „Schnell sein ist genauso wichtig wie gute Qualität“, erklärt Ulrich Balbach, weshalb er Wert auf einen 24-Stunden-Service und „kürzeste Lieferzeiten“ setzt. Die Anerkennung dafür gibt es. So wurden die Owener 2016 und 2017 in den Weltmarktführerindex aufgenommen und zählen zu den Top-Arbeitgebern Deutschlands.

Auf den Lorbeeren ausruhen, kommt für Leuze electronic nicht infrage. „4.0“ heißt das neue Zauberwort. Neben der herkömmlichen Steuerungsstruktur möchte die Firma „Industrie 4.0-fähige Sensorlösungen“ erschließen. Ein erster Schritt ist mit der Kooperation mit Microsoft schon getan. Die Basis dafür bildet der Barcodeleser BCL 348i. „Es ergeben sich grundsätzlich komplett neue, geradezu revolutionäre Möglichkeiten im gesamten Systemdesign“, sagt Ulrich Balbach. Konstrukteure müssten sich schon oft gestellte Fragen, unter diesen, sich geänderten Gegebenheit, nochmals neu stellen und Sensoren aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

San Francisco vertraut bezüglich ihres Wahrzeichens, der Golden Gate Bridge, noch ganz herkömmlich der Sensorik von Leuze electronic. Die Stahlseile dieser langen Hängebrücke sind im Beton verankert und dort befinden sich die Messgeräte, die möglichen Materialverschleiß erkennen und diesen melden.

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