Lenninger Tal

Minerva: Ein Bildungsexperiment

Gründer: Ben Nelson, früher Präsident von Snapfish, einem Online-Fotodienst, ist der Gründer der Minerva-Universität. In seinem eigenen Studium hatte ihn die Passivität vieler Kommilitonen gestört. Er wünschte sich, dass die Studenten nicht nur zuhören, sondern viel diskutieren. Für sein Projekt Minerva trieb er 25 Millionen Dollar auf, langfristig soll sich die Privatuni durch Studiengebühren finanzieren. Mit Stephen Kosslyn erarbeitete Ben Nelson das Konzept für das Bildungsexperiment. Kosslyn war erst Professor an der Harvard-Universität, dann in Stanford. Bei seinem Versuch, die Hochschulen zu verändern, war er auf viele Blockaden gestoßen. Die Zahl der Professoren wächst, sie alle sind Top-Akademiker verschiedener Hochschulen. Großer Andrang: Im vergangenen Jahr bewarben sich 11 000 junge Menschen um einen Studienplatz an der Minerva, dieses Jahr waren es bereits 16 000. Davon wurden rund 300 angenommen. Langfristiges Ziel sind jährlich 1 000 Studienanfänger. Durch den Standortwechsel sollen die Studenten Kultur und Geschichte verschiedener Länder kennenlernen und sich auch ehrenamtlich, beispielsweise in der Arbeit mit Obdachlosen, engagieren. Neuer Stil: Die Lehre an der Minerva rückt die Studenten in den Mittelpunkt. Zu den Zielen gehört neben einer umfassenden Bildung, dass die Absolventen später erfolgreich sind. Die Unterrichtsinhalte fördern kritisches Denken, Kreativität und Kommunikation. Die Minerva ermöglicht über den Bachelor hinaus auch den Master zu machen. Kosten: Jeder soll sich ein Studium an der Minerva leisten können. An anderen Hochschulen in den USA liegen die jährlichen Studiengebühren nicht selten bei 65 000 Euro. Ein Studium an der Minerva kostet 12 500 Euro. Dazu kommen Ausgaben für Unterkunft und Lehrbücher. Stipendien gibt es nur für Familien, die es benötigen. Unterstützt werden beispielsweise viele Studenten aus Indien. Die Idee: Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sollen junge Leute Zugang zu Bildung bekommen.ank


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