Lenninger Tal

Mit einem PS das Sturmholz geborgen

Naturschutz Rund 80 freiwillige Helfer waren beim Landschaftspflegetag im Schopflocher Moor im Einsatz. Tatkräftige Unterstützung haben sie von einem Rückepferd erhalten. Von Markus Brändli

Schwere Stämme aus dem Moor schaffen - für Rückepferd Finn ist das ein Leichtes. Foto: Markus Brändli
Schwere Stämme aus dem Moor schaffen - für Rückepferd Finn ist das ein Leichtes. Foto: Markus Brändli

Bei schönstem Spätsommerwetter tummeln sich rund 80 Menschen auf dem Feldweg vor dem Schopflocher Moor. Sie sind aber nicht etwa zum Wandern oder Biken gekommen, sondern um beim Landschaftspflegetag einen Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten.

Jedes Jahr organisieren der Schwäbische Albverein, das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und das Regierungspräsidium Stuttgart dort einen Pflegeeinsatz. „Wir betreuen drei Naturschutzgebiete, neben dem Schopflocher Moor auch das Randecker Maar und das Obere Lenninger Tal“, informiert Dr. Franziska Harich, Leiterin des Naturschutzzentrums.

Ausgerüstet mit Handschuhen, Astscheren und Sägen sind die Helfer ausgeschwirrt. Foto: Markus Brändli
Ausgerüstet mit Handschuhen, Astscheren und Sägen sind die Helfer ausgeschwirrt. Foto: Markus Brändli

Aufgeteilt in sieben Gruppen und ausgerüstet mit Handschuhen, Astscheren und Sägen, verteilen sich die ehrenamtlichen Helfer über die knapp 80 Hektar des Einsatzgebietes. Die Erste Landesbeamtin im Kreis Esslingen, Marion Leuze-Mohr, und Elmar Schelkle vom Referat Naturschutz des Regierungspräsidiums Stuttgart arbeiten Hand in Hand mit den Mitgliedern mehrerer Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins, etlichen Junior Rangern und deren Eltern und Geschwister.

Kleine Bäume haben die Helfer von Hand aus dem Moor geholt. Foto: Markus Brändli
Kleine Bäume haben die Helfer von Hand aus dem Moor geholt. Foto: Markus Brändli

Hecken, die durch zu starken Wuchs für Schatten und Beeinträchtigung auf den angrenzenden Wiesen sorgen, schneiden die Helfer zurück. Den Teich am Ende des Bohlenweges befreien sie von Gehölz, damit er sich nicht zusetzt. Das Schnittgut wird gleich vor Ort gehäckselt und abtransportiert.

Eine Besonderheit gibt es im Waldstück zu sehen. Vermutlich eine Windhose hatte dort zahlreiche Bäume umgeknickt. Um den Moorboden zu schonen, kommt Rückepferd Finn zum Einsatz. Der siebenjährige Schwarzwälder Hengst zieht den mit Sturmholz beladenen Schlitten ein ums andere Mal mühelos zum Sammelplatz.

Schönstes Spätsommerwetter versüßte den Helfern ihren Einsatz. Foto: Markus Brändli
Schönstes Spätsommerwetter versüßte den Helfern ihren Einsatz. Foto: Markus Brändli

Das Schopflocher Moor ist vielen auch als „Torfgrube“ bekannt. Es stellt auf der Schwäbischen Alb eine Rarität dar. In einem Vulkankrater hat sich über Jahrtausende ein Hochmoor gebildet. Dort wurde im 18. und 19. Jahrhundert so viel Torf abgebaut, dass das Moor fast völlig zerstört wurde. Bereits seit dem Jahr 1942 steht das Gebiet unter Naturschutz. Im Rahmen eines umfangreichen Projekts sind zuletzt die einstigen Entwässerungsgräben verschlossen worden, um den Wasserspiegel zu stabilisieren. Um die Fauna und Flora zu erhalten, sind regelmäßige Pflegeeinsätze notwendig.

Landschaftspflegetag im Schopflocher Moor mit Schwäbischem Albverein, Naturschutzzentrum und RP, Naturschutz,
Das Moor freizuhalten ist wichtig für Fauna und Flora. Foto: Markus Brändli
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