Lenninger Tal

Mit flacher Hierarchie zum Erfolg

Arbeitswelt Die Schreinerei Bott ist von Owen nach Neuffen umgezogen. Die neuen Räume sollen mehr Platz bieten für Kreativität.

Neuffen. Wer auf der Baustelle einen Schreiner erwartet, der rechnet in der Regel mit einem kräftigen Mann - sagt Gabriele Bott und schmunzelt: „Und dann komme ich.“ Die 56-Jährige hat vor drei Jahren die auf Innenausbau und Ladenbau spezialisierte Schreinerei übernommen. Vor Kurzem war das Einweihungsfest für die neue Arbeits- und Produktionsstätte in Neuffen.

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Auf dem Bielomatik-Gelände hat das Unternehmen eine neue Heimat gefunden, nachdem der Mietvertrag in Owen nicht mehr verlängert worden war. „In den neuen Räumen können wir uns in einigen Punkten verbessern“, erzählt Bott. So wurde zum Beispiel eine Lackierkabine eingerichtet und zwei neue Maschinen angeschafft. Generell könne man nun in jedem Punkt effizienter arbeiten.

Gabriele Bott und ihr damaliger Mann hatten die Firma im Jahr 1990 zusammen gegründet. Die gebürtige Pfullendorferin kommt ursprünglich aus dem Hotelfach und sah dort eigentlich auch ihre Zukunft, berichtet sie. Aber dann sprang der Geschäftspartner ihres damaligen Mannes kurzfristig ab, und so stieg sie in das neu gegründete Unternehmen mit ein. Josef Bott hilft in der Firma heute noch mit aus.

Vertrauen und Respekt zählen

Angefangen habe man als Montagebetrieb auf 120 Quadratmetern mit drei Maschinen, in Owen gegenüber der Ensinger-Mühle, erinnert sich Gabriele Bott. Anfang der 2000er-Jahre folgte der Umzug aufs Leuze-Gelände, und dort wurde auch eine Fertigung aufgebaut. Sie selbst hat für ihre neuen Aufgaben die Ausbildung zum Projektleiter im Messebau draufgesattelt und sich zum Betriebswirt des Handwerks weitergebildet.

Das Kerngeschäft der Schreinerei ist der Ladenbau, und hier vor allem die Textilbranche. Firmen wie Breuninger, Digel, Aigner und Boss gehören zum Kundenstamm. Der Betrieb macht aber auch andere Einrichtungen, wie zum Beispiel repräsentative Eingangsbereiche. Am neuen Standort sollen nun noch mehr neue Themen hinzukommen. Neben moderner Technologie und optimierten Abläufen soll in den neuen Räumen auch Platz sein für neue Gedanken und für Kreativität, das ist der Chefin wichtig: „Wir ziehen nicht nur räumlich um, sondern auch in den Köpfen.“ Dazu gehört für sie eine Unternehmenskultur, die von Respekt, Vertrauen und einer flachen Hierarchie geprägt ist. „Ich möchte hier den Boden schaffen dafür, dass die Mitarbeiter sich wohlfühlen.“ Knapp 20 Leute sind derzeit bei der Schreinerei Bott beschäftigt. Einschließlich je eines Lehrlings in jedem Ausbildungsjahr.Henrik Sauer