Lenninger Tal

Mitten in Lenningen wächst das rote Gold

Schokolade Bei Beate Bientzle hinter dem Haus blüht ein echter Schatz. Die Lenninger Konditormeisterin hat in ihrem Garten Safran angebaut. Aus den roten Fäden möchte sie Trüffel-Pralinen kreieren. Von Melissa Seitz

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Foto: Markus Brändli

Vorsichtig zupft Beate Bientzle die Blütenblätter des hellvioletten Krokus weg. Blatt für Blatt, bis nur noch drei hauchdünne rote Fäden übrig bleiben. Den hellroten Teil, an dem die drei Fasern zusammenlaufen, knipst die Lenningerin ab. Was sie jetzt in ihren Händen hält, ist ein wahrer Schatz: Es ist das teuerste Gewürz der Welt und das wächst mitten in ihrem Garten. Es ist Safran.

Die restlichen Blüten packt Beate Bientzle in ein kleines Körbchen und geht in den Keller ihres Hauses. Je mehr Stufen man nach unten steigt, desto mehr riecht es verführerisch nach Schokolade. Hier hat sich die Lenningerin eine kleine Pralinenwerkstatt eingerichtet. In den nächsten Wochen soll in diesem Schokoladen-Paradies eine neue Kreation entstehen: Safran-Trüffel-Pralinen.

Paella, Suppen oder Risotto - mit Safran lassen sich viele Gerichte verfeinern. Safran und Schokolade klingt ein wenig exotisch, vielleicht ein wenig zu exotisch. Doch nicht für die Konditormeisterin. „Immer wieder Neues ausprobieren“ ist die Devise der Schokoladen-Expertin, die in ihrer Lenninger Pralinenwerkstatt ihrer Schoko-Liebe nachgeht. Deswegen bestellte sie im Juli fünfzig Safran-Knollen, legte ein kleines Beet in ihrem Garten hinter dem Haus an und pflanzte die Knollen ein. „Wir haben in Lenningen einen sehr kalkhaltigen Boden. Da wachsen die Knollen super“, freut sich Beate Bientzle.

Leidenschaft für Schokolade

Doch lohnt sich der ganze Aufwand? „Ich habe mal Safran-Trüffel probiert und habe gemerkt: das schmeckt“, erzählt sie, „An diesen Pralinen will ich mich jetzt selbst auch mal versuchen.“ Eine Trüffel-Praline mit Safranfüllung - kommt das überhaupt gut an? „Meine Kunden kennen mich und wissen, dass ich ein bisschen verrückt bin“, scherzt Beate Bientzle. Verrückt vielleicht - und auf jeden Fall mit voller Leidenschaft bei der Sache. „Ich bin eigentlich gelernte Konditormeisterin, aber habe es schon immer geliebt, mit Schokolade zu arbeiten“, erklärt sie.

Wie ihre Safran-Trüffel aussehen sollen, weiß sie schon ganz genau. „Ich nehme wahrscheinlich weiße Schokolade. Sie ist nicht so dominant wie dunkle“, erklärt die Lenningerin. Die Sahne für die Trüffelfüllung möchte sie mit Safranfäden kochen. Da Safran wasserlöslich ist, wird sich die Sahne in einen schönen Gelbton verwandeln und erhält den typischen Safrangeschmack.

Wem jetzt schon das Wasser im Mund zusammenläuft und wer es kaum noch erwarten kann, eine Safran-Praline zu probieren, den muss die Konditormeisterin leider enttäuschen: „Ich denke, dass ich ab Weihnachten die Trüffel-Pralinen verkaufen werden.“ Denn: Gut Ding will Weile haben. Bevor Beate Bientzle ihre Pralinen auf Märkten und Messen in der Region verkauft, dürfen einige glückliche Personen ihre Kreationen verkosten. „Die Geschmäcker sind eben unterschiedlich. Ich höre mir gerne viele verschiedene Meinungen an“, erzählt die Lenningerin.

Info Wer die Pralinen von Beate Bientzle gerne testen möchte, kann immer samstags von 8 bis 13 Uhr bei ihrem Stand am Kirchheimer Wochenmarkt vorbeischauen. Mehr Infos zur Konditormeisterin gibt es auf der Homepage www.pralinenwerkstatt-bientzle.de.

Vom Garten in den Mund: Die zarte Safranfasern geben der Sahne einen besonderen Geschmack. Aus dieser Sahne und weißer Kuvertüre
Foto: Markus Brändli

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Foto: Markus Brändli
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Foto: Markus Brändli
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Foto: Markus Brändli
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