Lenninger Tal

Neue Gesichter prägen das Ratsrund

Kommunalwahl Großes Stühlerücken im Lenninger Gemeinderat: Die Hälfte der 18 Sitze besetzen Neulinge. Falk Kazmaier ist zum zweiten Mal unangefochtener Stimmenkönig. Von Anke Kirsammer

Rund 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale stand in Lenningen am Montag fest, wer in den Gemeinderat einzieht. Die Bürgerliche Wählervereinigung (BWV), die fast 76 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, ist vor der Lenninger Grünen Alternativen Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL) erneut eindeutig die stärkste Kraft im Rund. Wie bisher hat die BWV 14 Sitze, vier entfallen weiterhin auf LEGAL/UBL.

Im Lenninger Ratsgremium gibt es ein großes Stühlerücken: Neun Gemeinderäte sind Neulinge, neun saßen bisher schon im Gremium. Mit ihrer Arbeit weitermachen können die Oberlenninger BWV-Vertreter Falk Kazmaier und Volker Hofmann sowie Christine Sayler-Keim (LEGAL/UBL), Jörg Reichle aus Unterlenningen und Karl Boßler aus Brucken (beide BWV). Kontinuität ist außerdem gewahrt durch die BWV-Räte Kurt Hiller aus Hochwang, den Gutenberger Armin Diez, den Schopflocher Ortsvorsteher Gunter Berger und den LEGAL/UBL-Vertreter Dr. Ulrich Jaudas aus Schlattstall. Neu im Gremium sind Ewald Löw aus Brucken, Gretel Jaudas und Ulrich Kuhn aus Unterlenningen, Andreas Gamper und Alice Kurz aus Oberlenningen, Stefan Veigel aus Hochwang sowie Beate Etzel aus Gutenberg. Sie alle hatten auf der Liste der BWV kandidiert. Ebenfalls erstmals den Einzug in den Gemeinderat haben die beiden LEGAL/UBL-Bewerber Ricky Renz aus Unterlenningen und Michaela Gernert aus Schopfloch geschafft.

Die bisherigen BWV-Gemeinderäte Rainer Schnaible aus Unterlenningen und Petra Schmid aus Schopfloch erreichten hingegen nicht die nötige Stimmenzahl.

Weitere sieben Gemeinderäte waren nicht mehr zur Wahl angetreten: Die fünf BWV-Mitglieder Hanspeter Eistetter, Achim Wörner, Jürgen Rau, Silvia Weber und Wolfgang Tröscher, der dem Gremium 25 Jahre angehört hatte. Auch LEGAL/UBL-Urgestein Georg Zwingmann und sein Fraktionskollege Uwe Thumm kehren dem Gemeinderat freiwillig den Rücken.

Unangefochtener Stimmenkönig wurde wie bereits 2014 Falk Kazmaier. Er heimste 5  102 Stimmen ein. Damit liegt er fast 1  000 Stimmen vor Armin Diez, der das zweitbeste Ergebnis hat.

Saßen im Lenninger Ratsgremium seither nur drei Frauen, so sind es künftig fünf. Falk Kazmaier begrüßt das besonders. „Sie waren bisher deutlich unterrepräsentiert, deshalb habe ich vor allem versucht, Frauen zur Kandidatur zu bewegen.“ Besonders freut ihn auch der Einzug des stark sehbehinderten Ewald Löw. Mit ihm komme eine inklusive Denkweise ins Gremium.

Beide Gruppierungen schicken einige deutlich jüngere Mitglieder in den Gemeinderat als bislang: Mit 20 Jahren mit Abstand jüngstes Lenninger Ratsmitglied ist Ricky Renz. Er hatte den Ausgang der Wahl mit Spannung erwartet: „Ich habe heute gefühlt 100 Mal auf die Homepage geschaut und mich mega gefreut, als ich das Ergebnis gesehen habe“, so der euphorische Kommentar des Unterlenningers. Gestern Abend knallten dann die Korken. Im Oberlenninger Bahnhof setzten sich die Mitglieder von LEGAL/UBL zusammen, um die Wahl Revue passieren zu lassen.

Bürgermeister Schlecht wollte kein Statement abgeben. Nur so viel: „Sehr gut, dass die Wahlbeteiligung wieder gestiegen ist.“ Sie lag bei 60,95 Prozent. Vor fünf Jahren waren es nur 51,76 Prozent.

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