Lenninger Tal

Neuer Platz vor der Aussegnungshalle

Friedhof In Brucken und Oberlenningen entstehen in enger Abstimmung mit der Kirchengemeinde insgesamt 500 Urnenplätze. Erstmals gibt es in der Gemeinde dann auch ein Baumfeld. Von Anke Kirsammer

Das Granitpflaster vor der Oberlenninger Aussegnungshalle ist nach 30 Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorplatz muss
Das Granitpflaster vor der Oberlenninger Aussegnungshalle ist nach 30 Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorplatz muss deshalb saniert werden.Foto: Markus Brändli

Der Platz vor der Aussegnungshalle des Oberlenninger Friedhofs wird saniert. Das hat der Lenninger Gemeinderat beschlossen. Wie Ulli Welsner vom Büro welsner + welsner erläuterte, haben sich auf dem Belag Algen und Flechten angesetzt. Der Grund: Die Pflastersteine sind auf einer Betonschicht in Mörtel verlegt, sodass das Wasser nicht abfließen kann. Im Winter greift überdies Salz den Granit an. An der Gestaltung möchte Ulli Welsner festhalten. „Sie ist schön“, betonte er. Besonders gefällt ihm, dass sich der Belag von der Aussegnungshalle nach draußen fortsetzt. Neu gemacht werden muss auch die Entwässerung. Außerdem riet der Planer dazu, das Vordach zu sanieren. Erneuert werden muss darüber hinaus der Asphaltweg, der zur zukünftigen Urnengrabanlage oberhalb der Aussegnungshalle führt. Weil der Weg seitlich abgesackt ist, vermutet Ulli Welsner dort eine Wasserblase. Um weitere Schäden zu verhindern, möchte er deshalb hinter der Stützmauer eine Drainage einbauen. Der Gemeinderat sprach sich auf Vorschlag von Jürgen Rau dafür aus, den Platz mit deutschem Granit neu zu pflastern. Vorgesehen sind mit Split gefüllte Fugen, in denen das Wasser versickern kann. Auf Wunsch von Falk Kazmaier wird versucht, das Ornament vor dem Eingang beizubehalten.

In Lenningen gibt es künftig rund 500 neue Urnenplätze. Sie sind verteilt auf drei Anlagen auf den Friedhöfen in Brucken und Oberlenningen. Einstimmig hat der Gemeinderat die jeweiligen Ausschreibungen freigegeben und die Entwürfe beschlossen, die das Büro welsner + welsner auf der Grundlage einer bereits im Herbst abgesegneten Vorplanung erstellt hat. Etwas weiterentwickelt wurde die Planung für den Bruckener Friedhof: Dort soll es Raum für 84 Urnen geben mit der Option, die Fläche auszuweiten. Wie Ulli Welsner erklärte, steht in der Mitte der Grabanlage eine 1,30 mal 1,80 Meter große pulverbeschichtete Stahlwand, auf der ein Schriftzug angebracht wird. Zudem sind Stahlwände für die Namen der Verstorbenen vorgesehen. Graue Betonplatten und Stauden als Bepflanzung sind weitere Elemente der Anlage.

192 neue Urnen-Plätze gibt es in der Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Oberlenninger Friedhof oberhalb der Aussegnungshalle. Auf Wunsch der Kirchen gibt es dort zusätzliche Tritt- und Ablageplatten bei den Namensstelen. Den vorhandenen Zaun kaschiert eine Eibenhecke.

Weiterentwickelt wurde auch ein Urnenbaumfeld auf dem Oberlenninger Friedhof. Den Bäumen zugeordnet gibt es dort Bestattungsfelder, die jeweils durch einen großen Findling und Sitzsteine gekennzeichnet sind. Von unten betreten Besucher das Grabfeld durch einen gespaltenen Fels. Auf Vorschlag der Kirchengemeinde werden auf den sich gegenüberliegenden Schnittflächen die Worte „Bruch“ und „Aufbruch“ vertieft beziehungsweise auf den Steinen stehen. „Diese sehr schön Idee nehmen wir gerne auf“, sagte Ulli Welsner.

Die neuen Urnenplätze sollen im Frühjahr 2020 fertig sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 240 000 Euro.

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