Lenninger Tal

Nicht nur Leseratten werden bedient

Kultur Die Lenninger Gemeindebücherei und das Museum für Papier- und Buchkunst im Schlössle stellen wieder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine. Im Juli ist ein „Dîner en blanc“ geplant. Von Anke Kirsammer

Seit über 20 Jahren leitet Ev Dörsam die Bücherei im Schlössle. Auch Auswärtige mögen die besondere Atmosphäre. Foto: Carsten Ri
Seit über 20 Jahren leitet Ev Dörsam die Bücherei im Schlössle. Auch Auswärtige mögen die besondere Atmosphäre. Foto: Carsten Riedl

Die Bücherei im Oberlenninger Schlössle und das Museum für Papier- und Buchkunst sind aus dem Leben der Gemeinde nicht wegzudenken. In diesem Jahr gibt es in dem Kleinod wieder ein ambitioniertes kulturelles Programm: Für die Wechselausstellungen konnten die Papierkünstler Bertl Zagst und Max Bailly gewonnen werden. Freuen können sich die Besucher unter anderem auch auf literarisch-musikalische Veranstaltungen, für die Kinder werden wieder Bilderbuchkinos und Märchenstunden angeboten, und mit den „Engagierten Bürgern“ präsentiert das Tübinger Theater „HERZeigen“ das „Lumpenkasperle“. Ein besonderes Schmankerl stellen die Bücherei, der Schlössle-Förderkreis und die „Freunde der Partnerschaft“ Anfang Juli mit einem „DÎner en blanc“ auf die Beine. Die Veranstaltungen knüpfen an die Angebote des vergangenen Jahres an, die von Ausstellungen über Kinderferienprogramm und -theater bis zum traditionellen Vorlesewettbewerb der Drittklässler reichten.

Wie Büchereileiterin und Museumschefin Ev Dörsam berichtet, ist die Zahl derjenigen, die einen Büchereiausweis haben, 2019 weiter gestiegen. Von den 4142 Besitzern haben jedoch nur 650 aktiv davon Gebrauch gemacht. Während nach wie vor viele „Bilderbuchkinder“ - Mädchen und Jungen unter sechs - ins Schlössle kommen, bemerkt die Bibliothekarin ein Wegbrechen ab der fünften Klasse. Über die Gründe, wie den verstärkten Handykonsum und die höhere Belastung durch die Schule, kann sie nur spekulieren. Der überwiegende Teil der Leser wohnt erwartungsgemäß in Lenningen. Aber selbst Kirchheimer, die die heimelige Atmosphäre in dem Fachwerkhaus schätzen, nehmen den Weg ins Tal auf sich, um Bücher und andere Medien auszuleihen.

Gemeinderat Karl Boßler interessierte sich dafür, was in Sachen „Onleihe“ angedacht ist. Während andere Bibliotheken, wie die Weilheimer Bücherei, bereits seit einigen Jahren die Ausleihe auch digitaler Medien anbieten, ist das in Lenningen bislang noch nicht möglich. „Grundsätzlich stehe ich dem positiv gegenüber“, sagte Ev Dörsam. Noch sei die Nachfrage der Leser in Lenningen danach jedoch relativ gering. Einem recht geringen Bestand, auf den man Zugriff habe, stünden zudem hohe Kosten gegenüber. „Der Pool wird aber immer größer. Deshalb sollten wir uns längerfristig Gedanken dazu machen.“

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