Lenninger Tal

Noch ist unklar, ob das Freibad öffnet

Freizeit Die Gemeinde Lenningen zögert nach wie vor. Grund sind die coronabedingten strengen Auflagen.

Lenningen. Gäbe es Corona nicht, hätten Dauerschwimmer schon einen Monat lang regelmäßig ihre Bahnen im Lenninger Freibad gezogen. Doch dieses Jahr ist Mitte Juni noch nicht klar, ob das Bad am Heerweg überhaupt öffnet. In den nächsten Tagen entscheiden Verwaltung und Gemeinderat, ob es eine Saison 2020 geben wird. Es sind eine ganze Reihe von Argumenten, die Bürgermeister Schlecht zaudern lassen, allen voran die per Landesverordnung zulässige Besucherzahl. Sie orientiert sich an der Größe. „Wir haben mit 1500 Quadratmetern die mit Abstand kleinste Liegefläche in der Umgebung. Damit dürfen maximal 150 Personen gleichzeitig im Freibad sein, davon rund 25 im Schwimmerbecken“, erklärt er. Als weitere Hemmnisse nennt Michael Schlecht die Abstandsregel beziehungsweise die Pflicht, eine Maske zu tragen. Es könne keine Saisonkarten, sondern nur online gebuchte Tageskarten geben. Hinzu komme, dass bei den Toiletten und Umkleiden nur jede zweite geöffnet werden dürfe, warme Duschen am besten gar nicht.

„Die Kosten sind beachtlich“

„Um die Vorgaben einhalten zu können, braucht es ordentlich Personal“, so lautet ein weiteres Argument des Rathauschefs. „Wir haben keinen eigenen Schwimmmeister, daher müssen wir sämtliche Leistungen einkaufen.“ Das reicht von der Betriebsführung über die Beckenaufsicht und die Reinigung bis zu Personal, das auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln achtet. „Die Kosten sind beachtlich.“ Michael Schlecht fallen eine ganze Reihe von Fragen ein, die geklärt werden müssten: Gibt es nur einen Besuchszeitraum oder müssten nicht zwei vierstündige angeboten werden, und dazwischen wird das Bad nochmals gereinigt? Wer sorgt dafür, dass die Besucher am Vormittag das Bad verlassen, auch wenn es um 14 Uhr 28 Grad hat? Was passiert, wenn Tickets für einen Regentag erworben wurden und das Bad zu bleibt? Was ist mit denen, die keine technische Möglichkeit haben eine Karte online zu erwerben, und wie geht es denen, die beim Online-Kauf leer ausgehen?

Im Kinderbecken dürften wegen der Abstandsregel nur sechs bis zehn Kinder gleichzeitig baden. „Wer erklärt den Kindern draußen, dass sie nicht rein dürfen und denen, die drin sind, dass sie nach einer bestimmten Zeit raus müssen?“, überlegt der Bürgermeister. Gleiches gelte für die Schwimmer. „Mit einem Badbesuch, wie ihn alle kennen, wird der in diesem Jahr nichts zu tun haben“, so Schlecht. „Wir wissen aber trotz der vielen Fragen auch, dass dem Freibadbesuch in diesem Jahr eine besondere Rolle zukommen könnte.“ Das gelte es nun abzuwägen. Anke Kirsammer

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