Lenninger Tal

Offen für internationale Gäste

Ökologie Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb stellt sein Jahresprogramm vor. Künftig sollen nicht nur kulturelle Leckerbissen die Besucher anlocken. Die Internetseite soll auf Englisch abrufbar sein. Von Daniela Haußmann

Die Leiterin des Naturschutzzentrums, Dr. Franziska Harich, präsentiert das erste Programmheft, das unter ihrer Federführung ent
Die Leiterin des Naturschutzzentrums, Dr. Franziska Harich, präsentiert das erste Programmheft, das unter ihrer Federführung entstanden ist. Foto: Daniela Haußmann

Bewegung, Bildung und eine Prise Abenteuer - das Jahresprogramm des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb (NAZ) lässt auch 2018 keine Wünsche offen. Von einheimischen Schlangen über Orchideen und botanische Kostbarkeiten bis hin zur E-Bike-Schnuppertour oder dem Survival-Kurs für Kinder: In der 96 Seiten starken Broschüre sind 155 attraktive Angebote zusammengefasst, die alle Altersklassen ansprechen. Die Themen Naturschutz, Ökologie, Geologie und Landschaftspflege im Biosphärengebiet stehen erneut im Mittelpunkt.

Publikumsmagnet wird sicherlich wieder der Bauernmarkt sein. Von den 23 393 Besuchern, die 2017 ins NAZ kamen, entschieden sich immerhin stattliche 19 Prozent für den Bauernmarkt. Ein klares Indiz dafür, dass es sich lohnt, am 16. September einen Ausflug nach Schopfloch zu unternehmen, um Einblicke in die Herkunft, Erzeugung, Verarbeitung und Qualität regionaler Agrarprodukte zu erhalten. Einen weiteren Höhepunkt bildet die auf den 22. April datierte Kirschblütenfahrt, bei der sich das Streuobstparadies mit Pferd und Planwagen von seiner wohl schönsten Seite entdecken lässt. Spaß für die ganze Familie verspricht am 13. Mai die Muttertagskutschfahrt.

Das Jahresprogramm bietet aber nicht nur Altbewährtes. Artenreiche Blumenwiesen sind nicht nur fürs Auge schön, sondern auch ein attraktiver Lebensraum für Insekten. Einen Blühstreifen anzulegen, ist kein Hexenwerk. Worauf es bei der Bodenvorbereitung, dem Ansäen und der Pflege ankommt, vermittelt ein auf zwei Termine ausgelegtes Seminar mit dem Titel „Problemloses Anlegen von Blühstreifen“. Die Teilnehmer treffen sich am 6. April zum ersten und am 8. Juni zum letzten Mal. Wer etwas über das Leben, die Sitten und Gebräuche auf der Alb im Zusammenhang mit der Landschaftsgeschichte erfahren will, kommt am 24. Juni auf seine Kosten. Ein neues Highlight im Programm ist auch das „Geocachen“ für Kinder. He­ranwachsende im Alter von sieben bis zwölf Jahren können auf eine spannende Suche gehen. Alle 155 Angebote sind ab sofort buchbar. Die Veranstaltungsbroschüre kann man unter www.naturschutzzentren-bw.de herunterladen. In den nächsten Tagen liegt sie in allen Rathäusern kostenlos aus.

Dr. Franziska Harich, die seit vergangenem Jahr im Chefsessel des NAZ sitzt, hat für die Zukunft interessante Pläne: Das Nordportal UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb soll sich stärker für internationales Publikum öffnen. Langfristig soll die Website der Einrichtung deshalb nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch abrufbar sein. In einem ersten Schritt möchte die Agrarbiologin zunächst englischsprachige Interessenten ansprechen. Ausbauen will Franziska Harich auch das Kulturprogramm der Einrichtung. Die Geschäftsführerin ist überzeugt, so neue Personenkreise zu erreichen. Als Beispiel nennt sie den Country-Frühschoppen, der mit rockigen Leckerbissen von 1960 bis 1990 musikalisch Interessierte am 24. Juni auf die Alb lockt. Sie werfen bei der Gelegenheit sicher den einen oder anderen Blick in Ausstellungen oder informieren sich über die Kernthemen der Einrichtung. Im Verbund mit Kooperationspartnern möchte Franziska Harich vermehrt naturschutzfachliche Projekte anstoßen. Davon unabhängig sieht sie im NAZ eine wichtige Plattform, die den Austausch über kontrovers diskutierte Themen fördert. Vom 22. April bis 10. Juni besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Ausstellung mehr über die Lebensweise von Bibern zu erfahren. Die NAZ-Leiterin freut sich wieder über das hohe Interesse von Schulklassen. Im Vorjahr erreichte das Zentrum mit seinen naturkundlichen Führungen 51 Klassen mit 1 220 Schüler. 1 161 Kinder haben erfolgreich die Ausbildung zum Junior Ranger durchlaufen. Die Teilnehmerzahlen in diesem Bereich sind seit Jahren stabil. Davon abgesehen bietet das NAZ erneut Führungen für Rollstuhlfahrer an.

Das NAZ sucht Verstärkung

Das facettenreiche Programmangebot des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb lebt auch von den Interessen und Ideen seiner über 20 ehrenamtlichen Landschaftsführer. Mit 23 393 Besuchern hat die Einrichtung 2017 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugelegt. Das macht sich bei den Führungen bemerkbar. Das NAZ-Team sucht Verstärkung. Dazu ist nicht unbedingt ein Studium notwendig. Wer Interesse an den Themen Naturschutz, Landschaftspflege und Geologie hat und Lust mitbringt, sich das entsprechende Know-how anzueignen, kann sich ans NAZ wenden. Mehr Informationen sind unter www.naturschutzzentren-bw.de abrufbar.dh

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