Lenninger Tal

Oft knipst der Zufall mit

Wettbewerb Susanne Schneider und Wolfgang Wohnhas eröffnen die Fotoausstellung „Rund um die Teck“ im Naturschutzzentrum Schopfloch. Carsten Riedl, Rolf Horst und Steffen Rückschloß heißen die Gewinner. Von Thomas Krytzner

Die Preisträger des Fotowettbewerbs (von links): 2. Platz: Rolf Horst, 1. Platz: Carsten Riedl, 3. Platz: Steffen Rückschloß.Fot
Die Preisträger des Fotowettbewerbs (von links): 2. Platz: Rolf Horst, 1. Platz: Carsten Riedl, 3. Platz: Steffen Rückschloß.Foto: Thomas Krytzner

Über 70 Fotografen beteiligten sich am Fotowettbewerb, der von Susanne Schneider von Foto Schneider in Kirchheim gestartet wurde. 214 Bilder knipsten die Teilnehmer und sendeten diese zur Prämierung und Bewertung ein. Wie Susanne Schneider berichtete, galt es für die Jury, in fünf Runden die zehn besten Bilder zu finden. „Dabei war Dieter Ruoff quasi mein wissenschaftlicher Berater“, berichtet die Fotoexpertin. Ebenso in der Auswahlkommission saßen Gunther Riehle, der selbst einen weltweiten Fotowettbewerb organisiert und Thorsten Wenzler, der für seine Bergbilder in Schwarzweiß bekannt ist.

Neue Perspektiven von der Teck

„Es gab sehr viele Einsendungen von jungen Einsteigern, aber auch von den alten Hasen“, sagt Susanne Schneider. Nebst Handybildern, waren diesmal auch Drohnen im Einsatz und lieferten neue Perspektiven von der Teck. Bei der Auswahl waren die Namen der Fotografen nicht bekannt, so konnten die Jurymitglieder neutral bewerten. Susanne Schneider stellt fest: „Die Bildersprache verändert sich. Wir sahen Motive die ungewöhnlich sind und waren von den verschiedenen Blickwinkeln überrascht.“

Bei diesem Fotowettbewerb wurde auch klar: Der Zufall spielt oft mit, wenn es ans Knipsen geht. Dies bestätigten auch die drei Erstplatzierten. So berichtete Steffen Rückschloss, dass seine Aufnahme mit dem Titel „Vom Aichelberg“ ein Zufallsprodukt war. Bei einem Spaziergang am Aichelberg sah er Passanten, die von dort die Teck bewunderten. Auf dem Bild selbst verdecken die Betrachter zwar die Teck, aber man erkennt auf den ersten Blick, wohin die beiden schauen. Rolf Horst ist froh, dass sein Bild mit der Bergauf-Ansicht der Teck so scharf geworden ist. „Normal habe ich immer mein Stativ dabei, doch bei dieser Aufnahme, ließ ich es im Auto.“ Am besagten Knipstag war so herrliches Wetter, wie der Zweitplatzierte berichtet, dass er einfach raus auf den Teckberg musste. „Noch viel mehr liegt mir die Bild- und Filmbearbeitung, da habe ich Spaß daran.“ Startrails nennt Carsten Riedl sein Gewinnerbild. Dem staunenden Publikum erklärt er die spezielle Aufnahme: „Ich habe etwa eine Stunde belichtet. Und der Zufall half mir auch. Bei ersten Versuchen hatte ich immer Flugzeuge mit drauf. Als der Isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull im Jahr 2010 mit seinem Ausbruch den Flugverkehr stoppte, nutzte ich die Gelegenheit.“

Faszinierender Albtrauf

Dr. Wolfgang Wohnhas freute sich über ein volles Naturschutzzentrum und stellte den zahlreichen Besuchern die Ausstellung vor. „Es lohnt sich, die Region rund um die Teck immer wieder aufs Neue zu entdecken“, motivierte der Diplombiologe.

Er berichtete, dass er seit 27 Jahren im Naturschutzzentrum Schopfloch ist und dass ihn die Natur am Albtrauf immer noch fasziniere. „Ich bin überrascht von der Kreativität der Fotografen und ihrer Vielfalt an Motiven.“ Für Wolfgang Wohnhas ist es kein Zufall, dass so viele tolle Bilder entstanden sind: „Voraussetzung für die Aufnahmen ist eine reich strukturierte Kulturlandschaft.“ Und diese Kultur reicht sogar, um in das Biosphärengebiet der Schwäbischen Alb aufgenommen zu werden. Somit gehört die Teck zum UNESCO-Geopark und ist damit ein Weltnaturerbe. „Dies war Grund genug, die Region um die Teck zum Mittelpunkt der Ausstellung zu machen.“ Der Naturschützer lobt die Bilder und die Leidenschaft der Fotografen: „Es sind Momentaufnahmen, die im Gedächtnis bleiben.“

Drei Fragen an Susanne Schneider

1 Warum ist gerade die Teck ein so beliebtes Fotomotiv?

Die Burg Teck mit dem Berg ist in allen Jahreszeiten ein dankbares Motiv. Die Teck ist eine Landmarke. Ich fühle mich durch die Burg beschützt. Und wenn man von irgendwo heimfährt, ist die Silhouette der Teck schon von Weitem zu sehen, und ich weiß, bald bin ich zu Hause.

Susanne SchneiderFoto: Thomas Krytzner
Susanne SchneiderFoto: Thomas Krytzner

2 Was fotografieren Sie persönlich am liebsten?

Durch meinen Beruf mache ich täglich viele Bilder. Im Urlaub suche ich mir Situationen oder Landschaften, wo es Licht und Schatten gibt. Das Spiel mit Hell und Dunkel interessiert mich.

3 Wen hätten Sie gerne mal vor der Linse?

Stephen Hawking wäre toll. Filmstars und Models interessieren mich nicht so. Die Leistung Hawkings steht über der Glitzerwelt. Mir imponiert Wissenschaft. 

 

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