Lenninger Tal

Ohne Umsteigen zum Breitenstein

Ausschreibungs-Fahrplan sieht möglichen Lückenschluss zwischen Schopfloch und Ochsenwang vor

Zum Januar 2017 könnte sich im Busverkehr, der das Lenninger Tal anbindet, etwas tun. Eine der gravierendsten Änderungen: Die bisherige Linie 177 würde von Lenningen über Kirchheim nach Weilheim führen.

Nach den Plänen des Nahverkehrsexperten Jaißle würde der Rad- und Wanderbus ab 2017 im Stundentakt abwechselnd Zainingen und Sch
Archiv-Foto: Jörg Bächle

Lenningen. Wer derzeit von der Kirchheimer Stadtmitte aus mit dem Bus Richtung Lenningen unterwegs ist, muss am Bahnhof der Teckstadt meist umsteigen. Das soll sich vom Jahr 2017 an ändern. Der Nahverkehrsberater Hartmut Jaißle hat ausgetüftelt, dass dies möglich wäre, wenn der Bus von Oberlenningen über Kirchheim nach Weilheim fahren würde. Dadurch könnten Lenninger auch Ziele in Kirchheim wie das Stadion bequem erreichen. Handlungsbedarf sieht Jaißle, weil der Bus aus dem Lenninger Tal insbesondere im Berufsverkehr die Anschlüsse in Kirchheim häufig nicht erreicht. „So könnte der Bus in Kirchheim direkt zum Bahnhof fahren.“ Die wichtigsten Punkte des Änderungs-Fahrplans für das Linienbündel stellte Jaißle im Lenninger Gemeinderat vor. Ob es im Februar entsprechend seinen Ideen ausgeschrieben wird, entscheidet das Landratsamt.

Anzeige

Zu den Verbesserungen für Lenningen, die Jaißles Vorschläge enthalten, gehört der Lückenschluss zwischen Schopfloch und Ochsenwang. „Ich hoffe, dass wir bald zum Breitenstein fahren können, ohne umzusteigen“, sagte der Nahverkehrsexperte, der selbst in Unterlenningen wohnt. Wer auf der Alb rodeln oder dem Skisport frönen möchte, dem käme der Winterfahrplan zupass. Im Zweistundentakt fahren danach am Wochenende Busse von Kirchheim über Oberlenningen, Schopfloch, Bissingen nach Kirchheim und zurück. Nach Kirchheim kommen Schopflocher dann stündlich wahlweise über Lenningen oder Bissingen. Damit keine Lücke mehr größer wäre als zwei Stunden, würden die Fahrten zwischen Schopfloch und Oberlenningen auch an schulfreien Tagen besser verteilt. Der Rad- und Wanderbus soll künftig im Stundentakt abwechselnd nach Zainingen und nach Schopfloch fahren. Gut vorstellbar wäre für Jaißle, dass Busse, die an Sommer-Wochenenden von Kirch­heim über Bissingen die Alb ansteuern, einen Fahrradanhänger hinter sich herziehen. „Geschickt wären dafür zusätzliche Haltestellen am Rathaus in Schopfloch, an der Torfgrube und am Randecker Maar“, so der Planer. Auch an der Pfulb fände er einen Halt nicht schlecht, sagte aber: „Es ist schwierig, dort was hinzukriegen.“

Der Halbstundentakt zwischen Kirchheim und Oberlenningen soll laut Entwurf von Montag bis Freitag abends um eine Stunde verlängert werden. Auch Nachtschwärmer könnten profitieren, ist doch geplant, samstags und sonntags die Fahrt des Anrufsammeltaxis (AST) um 1.16 Uhr ab Kirchheim durch einen Bus zu ersetzen. Unter der Woche soll es um die gleiche Zeit eine neue AST-Fahrt geben. Um die Kapazität erhöhen zu können, sollen gemäß dem Nahverkehrsberater insgesamt mehr Gelenkbusse als bisher eingesetzt werden.

Etwas Sand im Getriebe gibt es aufgrund der Unterrichtszeiten am Lenninger Schulzentrum. Sie passen teilweise nicht zu den geplanten Abfahrten der Busse in Oberlenningen Richtung Schopfloch. Um längere Wartezeiten der Schulkinder zu vermeiden, müssten Busse neu eingeschoben werden. Jaißle geht jedoch davon aus, dass der Landkreis und die Raumschaft Kirchheim die Fahrten anteilig mitfinanzieren.

Diskussionen stehen mit dem Landratsamt noch darüber ins Haus, wie die Anzahl der Kilometer berechnet wird. Dem Planer zufolge wachsen sie lediglich um 20 000 an. Die Mehrkosten dafür betragen voraussichtlich 80 000 Euro im Jahr. Bei einer Aufteilung nach dem bisherigen Schlüssel blieben an Lenningen jährlich rund 4 000 Euro hängen.

Gemeinderat Jürgen Rau begrüßte die Vorschläge und sah durch die Querspange zwischen Schopfloch und Ochsenwang neue Möglichkeiten für Wanderer am Wochenende. Georg Zwingmann lobte das Konzept ebenfalls, sagte aber: „Es überrascht mich, dass wir es mit der Schule nicht hinkriegen.“ Bürgermeister Michael Schlecht warnte indes davor, die Mittagspause am Schulzentrum zu sehr zu verkürzen. „Das führt zu einer Erweiterung der Mensa.“ Ein Ändern der Unterrichtszeiten müsste von den Schulen freiwillig kommen.