Lenninger Tal

Radwanderbus boomt

Ab Göppingen wird ein zweiter Bus eingesetzt

Viermal ist er schon hinauf auf die Alb gestartet, der sonntägliche Radwanderbus von Göppingen nach Gruibingen, Wiesensteig und zum Reußenstein. „Die Nachfrage steigt stetig“, berichtet der Verkehrsplaner des Kreises, Jörg-­Michael ­Wienecke. Am Vormittag komme es bereits zu deutlichen Überlastungen.

Göppingen. Ein Verstärkerbus soll die Radwanderer bedienen, für die es bisher 20 Radplätze auf dem Anhänger gab. Die lassen sich nicht einfach mit einem zweiten Anhänger erweitern, der sei nicht aufzutreiben, bedauert Wienecke. So werden weitere Räder in einen Bus gepackt, der hinterherfährt. Sehr viele passen allerdings nicht rein, weil sie mit Bändern im normalen Fahrgastraum verzurrt werden müssen. Zehn bis zwölf, sagt Wienecke, vielleicht auch 14. Dazu muss der Bus mit Halterungen präpariert werden.

An den Kosten ändere der Ansturm nichts. „Das Defizit bleibt trotzdem“, weil der Tarif nicht viel Einnahmen bringt. Für gerade mal 1,50 Euro nimmt der Bus Wanderer und Radwanderer mit hinauf auf die Alb – ein pauschaler Tarif für alle Stationen.

Nötig sei der Verstärkerbus nur für die erste Fahrt um 9.25 Uhr ab Göppingen ZOB. Bei den drei weiteren Fahrten bis 15.25 Uhr gibt es noch Luft, und bei den Rückfahrten ab 10.25 Uhr am Reußenstein verteilt sich das Aufkommen sowieso.

Damit zeigt sich: Es war kein Strohfeuer, dass die Jungfernfahrt am 5. Juli trotz brütender Hitze ausgebucht war. „Der Radtourismus im Landkreis boomt“, stellt Wienecke fest. Zumindest wenn man den Radwanderbus als Maßstab nehme. Der Verkehrsplaner sieht sich in seiner Prognose bestätigt, dass das Angebot eine große Lücke schließe und mit dem Startpunkt in Göppingen richtig liege.

Friederike Christian, Radverkehrskoordinatorin beim Landratsamt, macht Zusteiger aus dem Oberen Fils­tal auf den Radwanderbus aus Kirchheim aufmerksam. Der bediene ja auch die Stationen vom Boßlerparkplatz bis zum Reußenstein – und zwar im stündlichen Wechsel mit der Göppinger Linie. Beim Kirchheimer Bus sei nicht ganz so viel Druck, und er hat noch einen besonderen Vorzug: Er nehme Frühaufsteher bereits ab etwa 9 Uhr mit. Dringend empfiehlt die Koordinatorin Reisegruppen, die viel Radplätze brauchen, sich vorher beim Busunternehmen anzumelden: für die Göppinger Linie unter der Telefonnummer 0 73 35/96270, für die Kirchheimer unter 0 71 61/96 07 20.

Von einer generellen Reservierungspflicht will der Kreis auch weiterhin absehen, um den Charakter eines Linienbusses, der für alle spontan zugänglich sein soll, zu erhalten – insbesondere, da der Bus auch Wanderer ansprechen soll, die lediglich einen Sitzplatz benötigen.

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