Lenninger Tal

Rettung für Schmetterlinge und Co.

Aktion Der Umweltstaatssekretär Andre Baumann eröffnet im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb die Natur-Erlebnis-Woche der Umweltakademie zugunsten der Insektenvielfalt. Von Thomas Krytzner

Pfadfinderinnen schaffen neue Behausungen für Insekten. Unterstützung bekommen sie dabei von Umweltstaatssekretär Andre Baumann.
Pfadfinderinnen schaffen neue Behausungen für Insekten. Unterstützung bekommen sie dabei von Umweltstaatssekretär Andre Baumann. Foto: Thomas Krytzner

Der Bestand der Insekten ist an vielen Messstellen im Land um bis zu drei Viertel zurückgegangen. Höchste Zeit, sich um den Erhalt der Artenvielfalt zu kümmern. In einer bundesweiten Aktion hat deshalb die Akademie für Natur- und Umweltschutz die Natur-Erlebnis-Woche gestartet. Noch bis Sonntag, 6. Mai, finden in ganz Deutschland, insbesondere aber in Baden-Württemberg, Aktionen statt. Die Umweltakademie will unter anderem mit Wanderungen und Workshops auf die Belange der Umwelt aufmerksam machen.

Bei der Eröffnung im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb bezeichnete der Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann den Insektenschwund als Naturkatastrophe, die größtenteils durch den Menschen verursacht werde. „Dass das Fundament der biologischen Vielfalt schwindet, dürfen wir nicht hinnehmen“, forderte er. Das gestörte Ökosystem zeige, dass die Menschheit den sorgsamen Umgang mit der Natur vergessen habe. Er machte deutlich: „Der Kampf gegen das Insektensterben ist eine Überlebensfrage für uns alle.“

Die Landesregierung habe aufgrund der alarmierenden Entwicklung die Mittel für den Naturschutz von 30 auf 90 Millionen Euro verdreifacht. Ebenso habe die grün-schwarze Koalition ein Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt eingeführt. Baumann sieht die Landwirtschaft in der Pflicht: „Wir bleiben zu den Themen Reduzierung von Pestiziden, Schutz der Gewässerrandstreifen und die Vernetzung der schönsten Kulturlandschaften im Gespräch.“ Er warnte davor, Naturschutz im Blindflug zu betreiben. „Wir müssen wissen, wo genau die Probleme liegen, für Aktionismus fehlt uns die Zeit.“ Es soll nun wirkungsvolle Hilfsprogramme für die bedrohten Arten und Lebensräume geben.

Passiert nichts, finden Vögel, Fledermäuse und andere Arten kaum noch Nahrung und werden verschwinden. Bäume und andere Pflanzen werden dann nicht mehr bestäubt. Mit der Natur-Erlebnis-Woche will man nun sensibilisieren und möglichst viele Naturliebhaber mitnehmen. „Wir wollen unseren Enkeln eine intakte Heimat übergeben“, so Baumann.

Zur Eröffnung der Naturwoche waren über 20 Pfadfinderinnen gekommen, die im Naturschutzzentrum Hand anlegten: Sie schafften im Insektenhotel weitere Behausungen. Ihnen machte es sichtlich Spaß, mit der Bohrmaschine zu hantieren oder den Hammer zu schwingen. Damit befestigten sie Schindeln, unter denen sich Insekten verkriechen können. Unter Anleitung lernten die Mädchen, wie sich im heimischen Garten ein Hotel für Insekten bauen lässt. Viel Spaß hatten sie auch direkt am Insektenhotel. Dort durften sie im Dreck wühlen, um mit dem Gemansche eine Art Lehmwand für fliegende und kriechende Insekten zu bauen. Marion Leuze-Mohr, Erste Landesbeamtin im Kreis war begeistert: „Wir können der Natur mit einfachen Mitteln helfen, und jeder kann einen Beitrag leisten.“ Für die Mädchen bedeutete die Aktion nicht nur ein paar Stunden weniger Schule, sondern auch aktiv Naturschutz zu betreiben.

Das Manschen im Dreck für den Bau einer Art Lehmwand macht den Mädchen besonders viel Spaß.Fotos: Thomas Krytzner
Das Manschen im Dreck für den Bau einer Art Lehmwand macht den Mädchen besonders viel Spaß. Foto: Thomas Krytzner
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