Lenninger Tal

Rettung rückt das Tal hinauf

Umbau Kaum ist das Katastrophenschutzzentrum in Owen fertig, gibt es schon den nächsten Bauantrag. Eine Rettungswache soll dort installiert werden. Von Iris Häfner

Im Katastrophenschutzzentrum in Owen wird eine Rettungswache eingebaut.Foto: Jean-Luc Jacques
Im Katastrophenschutzzentrum in Owen wird eine Rettungswache eingebaut.Foto: Jean-Luc Jacques

Leicht irritiert und pikiert reagierten die Owener Stadträte auf die Umbaupläne für das erst Anfang März 2016 eingeweihte DRK-Katastrophenschutzzentrum. Eine Rettungswache soll eingebaut werden. Dafür ist ein Ruhe- beziehungsweise Aufenthaltsraum nötig, ebenso sanitäre und soziale Anlagen. Die Lagerfläche im Erdgeschoss muss dadurch reduziert werden. Auch im Außenbereich gibt es Veränderungen. So sollen die Parkflächen anders angeordnet und ein Flüssiggastank installiert werden. Mit der Rettungswache entsteht ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Weil sich das Gebäude in einem Gewerbegebiet befindet, ist das von der Baugenehmigung gedeckt, erläuterte Bürgermeisterin Verena Grötzinger.

„Das haben die doch vorher schon geplant“, fühlt sich Thomas Rabel an der Nase herumgeführt. „Da wird alles über den Haufen geworfen. Innen wird komplett umgebaut, außer der Hülle verändert sich quasi alles“, sagte er weiter und erntete Zuspruch. „Das ist eine wunderliche Strategie“, urteilte denn auch sein Ratskollege Ulrich Raichle. Für ihn ist jedoch klar, dass es sich um das „Modell Weilheim“ handelt und es damit Erste Hilfe vor Ort gibt, was wünschenswert ist. „Ein Rettungswagen kommt her und das ist positiv“, sagte Reiner Kerzinger. Er gab jedoch zu bedenken, dass der Wagen bei Notfällen bei Tag und Nacht mit Martinshorn fährt und dadurch Lärmbelästigung entstehen kann. Mit solchen Unannehmlichkeiten müssten die Bewohner eines Gewerbegebiets jedoch leben, da dort im Gegensatz zu reinen Wohngebieten mit störenden Geräuschen gerechnet werden muss, relativierte die Bürgermeisterin.

„Für die Stellplätze ist keine Genehmigung nötig, sie befinden sich innerhalb der bebaubaren Fläche“, erläuterte Verena Grötzinger weiter. Der Flüssiggastank wirft für sie ebenfalls keine Probleme auf. „Fakt ist: Der Einbau einer Rettungswache war zum Zeitpunkt des ersten Bauantrags nicht sicher, aber nun möglich. Es ist günstig für Owen - und das gesamte Lenninger Tal - wenn hier ein Rettungswagen steht“, sieht sie keine Hinderungsgründe für das Vorhaben des Deutschen Roten Kreuzes, zumal der gesamte Umbau von geltendem Planungsrecht gedeckt ist. „Das Ganze ist ungeschickt gelaufen“, bekannte sie und erntete dafür Kopfnicken und zustimmende Kommentare der Stadträte. Einstimmig erteilte das Gremium sein Einvernehmen zu dem Vorhaben.

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