Lenninger Tal

Schäden jetzt schwarz auf weiß

Bericht Eine Esslinger Firma hat das 64 Kilometer lange Lenninger Straßennetz mit Kameras und Laserscannern erfasst. Elf Prozent sind dringend sanierungsbedürftig. Von Anke Kirsammer

Schäden an der Oberfläche oder im Unterbau: Die Gemeinde Lenningen verfügt jetzt über ein fundiertes Nachschlagewerk, das genaue
Schäden an der Oberfläche oder im Unterbau: Die Gemeinde Lenningen verfügt jetzt über ein fundiertes Nachschlagewerk, das genauen Aufschluss über den Zustand jeder einzelnen Straße gibt.Foto: Jean-Luc Jacques

Gut die Hälfte der Lenninger Straßen ist in einem ordentlichen Zustand. Das ist das Ergebnis einer Befahrung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Das gesamte, 64 Kilometer lange, Straßennetz inklusive Nebenstrecken hat die Esslinger Firma Kosima im vergangenen November mit Kameras und Laserscannern erfasst. Wie der Projektleiter Kai Tejkl im Gemeinderat nun erläutert hat, wurde der jeweilige Straßenzustand bewertet. Unebenheiten und Spurrinnen hat die Firma genauso dokumentiert wie Risse, Flickstellen und Schäden an den Oberflächen.

Alle Straßen wurden gecheckt

Sämtliche Straßen sind jetzt in sechs Bewertungsklassen von „sehr gut“ bis „überfällig“ eingeteilt. Bei mehr als 50 Prozent hat die Gemeinde in den kommenden 10 bis 15 Jahren keine Reparaturen zu erwarten. Elf Prozent der Straßen stuft Kai Tejkl dagegen als „Extremkandidaten“ ein. Sie sollten in den nächsten Jahren dringend angepackt werden. Dabei unterscheidet die Firma zwischen einer reinen Sanierung der Oberfläche, die daran orientiert ist, Geld zu sparen, und dem Erhalt der Substanz. Darin eingeschlossen sind gegebenenfalls auch Kanal- und Leitungsarbeiten. Die Gesamtkosten der notwendigen Sanierungen schätzt Kai Tejkl auf rund 21 Millionen Euro.

„Wenn es möglich wäre, in den nächsten zehn Jahren dafür in jedem Haushalt 1,5 Millionen Euro einzustellen, wäre ich glücklich“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht. Er sei bestrebt, die Straßen auf Vordermann zu bringen, man müsse aber auch die Leistungsfähigkeit der Gemeinde berücksichtigen. Mit dem Bericht hat die Kommune Schlecht zufolge jetzt eine Art Nachschlagewerk, mit dessen Hilfe dem Gemeinderat Sanierungen vorgeschlagen werden können.

Im Rund wurde der Bericht begrüßt. Er liefert nach Ansicht der Mehrheit eine fundierte Grundlage für künftige Beschlüsse. Die Kunst werde sein, zu sehen, wo Straßensanierungen anstehen und wie sie mit notwendigen Reparaturen von Wasserleitungen, Abwasserkanälen und der Breitbandversorgung unter einen Hut zu bringen sind, so Karl Boßler. „Der Plan stimmt mit dem überein, was ich für einen Eindruck habe“, sagte Kurt Hiller. Dennoch war er überrascht darüber, dass über 40 Prozent der Straßen in keinem guten Zustand sind. Diese Aussage relativierte Kai Tejkl jedoch. „Die Straßen in Lenningen sind nicht überdurchschnittlich schlecht. Sie entsprechen einer normalen Verteilung.“

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