Lenninger Tal

Schopflocher öffnen ihre Scheunen

Eine große Vielfalt an Kunst und Kulinarik lockt Menschen aus der ganzen Region auf die Alb

Zehn Scheunenbesitzer präsentierten beim Schopflocher Scheunensommer ihre „Heuschober“ oder Viehställe und standen Rede und Antwort.

Besonders sehenswert waren auch die Gärten: Nicht selten entdeckt man dort exotische oder seltene Pflanzen. Fotos: Sabine Ackerm
Besonders sehenswert waren auch die Gärten: Nicht selten entdeckt man dort exotische oder seltene Pflanzen. Fotos: Sabine Ackermann

Lenningen. Selten gestaltet sich eine Veranstaltung so entspannt, selten sind Hausbesitzer sowie Besucher so schnell im Gespräch, und selten gibt es in einem 700-Seelen-Ort so viel zu bestaunen wie beim Schopflocher Scheunensommer. Die 15 Aussteller haben sich wieder jede Menge einfallen lassen. Mit dem Slogan „Kunst trifft Biosphäre“ lockten beispielsweise Tina Maahs, Karin Bidmon und Waltraud Wiedmann in ihre „Malerwerkstatt No. 17“. Ob Antikes, Dekoratives oder Musikalisches – die Auswahl in den zehn offenen Scheunen war groß.

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Schon die Suche nach den Ausstellern gestaltete sich bei bestem Wetter fast ein wenig abenteuerlich. So liegen viele der Scheunen im alten Ortskern von Schopfloch recht versteckt, sind teilweise durch heimelige Schleichwege, die sogenannten „Winkel“, miteinander verbunden. Sehenswert sind die Gärten, in denen man exotische Pflanzen wie Avocado, Bananen oder die Passionsblume entdecken kann.

Weit entfernt vom Konkurrenzgedanken hält das Dorf zusammen wie Pech und Schwefel. Christine Barth bringt es mit dem Slogan „Schopfloch hat mehr als Dosenwurst“ auf den Punkt. Barth-Art nennt sie ihr Werkstattatelier für Goldschmiedearbeiten und kleine Besonderheiten, wo bestimmt so manche Besucherin fündig geworden ist. Eine Ferienwohnung im Biosphärengebiet bietet Familie Fedderau.

Die offenen Scheunentüren sowie der rege Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Landkreisen bieten Anreize, die seltenen Gebäude zu erhalten und herzurichten. Donatus Heermann geht dabei mit bestem Beispiel voran. „Ich habe die alte Kalkfarbe abgekratzt, alles neu gestrichen, sauber hergerichtet, tüchtig gekehrt und gewischt und sogar noch einige Teppiche reingelegt“, verrät er mit Stolz.

Auf dem Gelände soll mal ein Viehstall mit Rindern und Pferden gewesen sein. Das ist bei all den Antiquitäten und Raritäten heute kaum vorstellbar. Der 54-jährige Junggeselle mit einem pinken und hellblauen Schuh als Markenzeichen hat binnen 14 Jahren eine Menge zusammengetragen: Neben unzähligen Maschinen und Krimskrams, historischen Geräten und diverser Technik stechen vor allem die Fahrräder und der weiße Fiat 1500 ins Auge. Wer nachfragt, erfährt die Hintergründe zu Heermanns Leben in der Teilgemeinde Schopfloch sowie auf der Alb. Ganz zu schweigen von den Details seiner Zahnradfräsmaschine. „Ich finde die Veranstaltung richtig toll“, sagt Susanne Krieg aus Köln, die bei einem Besuch ihres Heimatortes Beuren per Zufall vom Scheunensommer erfahren hat.

Auch die Musik kam in Schopfloch nicht zu kurz. So präsentierten Sängerin Evi Dreher, Violinist Wolfgang Walter und Stefan Lipka am Klavier in der Musikscheune Wiener Lieder.Auch Wolfgang Eibergers lustiges Liedgut und Gitarrenspiel kam bestens an. Am Samstagabend gab es tolle Stimmung im Haberhaus. Dort luden Olli Beck auf der Gitarre und sein Percussion-Mitstreiter Ottmar die Gäste zum kollektiven Mitsingen ein.

Alle zehn Scheunen boten einen stimmungsvollen Hintergrund für Begegnungen im sommerlichen Schopfloch. „Man entdeckt die Vielfalt dieses Fleckens, der eigentlich gar nicht auf meiner Agenda stand“, gibt Hans Kaufmann aus Donzdorf staunend zu.