Lenninger Tal

Schüler geben Gas

Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Nürtingen-Kirchheim sucht das beste Rennteam – Bewerbungen sind noch möglich

In den nächsten Monaten laufen an verschiedenen Schulen in Kirchheim und Umgebung die Köpfe heiß. Gesucht wird die beste E-Rennkiste.

Hansjörg Russ, Pressesprecher der Kfz-Innung Nürtingen-Kirchheim (re.), überreicht im Beisein von Vertretern des Männerstammtisc
Hansjörg Russ, Pressesprecher der Kfz-Innung Nürtingen-Kirchheim (re.), überreicht im Beisein von Vertretern des Männerstammtischs „50 Plus“ der Rennkisten AG der Lenninger Werkrealschule eine Antriebseinheit. Foto: Carsten Riedl

Anke Kirsammer

Lenningen. Die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Nürtingen-Kirchheim geht mit einer neuen Idee an den Start: Gefragt sind Teams an Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen, die sich ihre eigene Rennkiste mit Elektro-Antrieb bauen. Die Poleposition, was den Zeitpunkt der Bewerbung angeht, nimmt die Werkrealschule in Lenningen ein. – Grund für die Kfz-Innung, der Karl-Erhard-Scheufelen-Schule in Oberlenningen gestern stellvertretend für alle Teilnehmer offiziell eine Antriebseinheit zu überrreichen: Neben einem Akku, einem Steuer- sowie einem Ladegerät und einem Gashebel beinhaltet das Set, das Hansjörg Russ, Pressesprecher der Innung, im Gepäck hatte, ein 20-Zoll großes Antriebsrad mit einem 36Volt-Radnabenmotor. Maximal schaffen die Rennkisten auf der Ebene 25 Stundenkilometer. Ein vorgegebener Bremsweg ist genau einzuhalten.

Die Pakete bekommen die Schulen leihweise, denn geplant ist, den Wettbewerb jährlich auszuschreiben. Die Antriebseinheiten werden dann an die nächsten Teilnehmer weitergegeben. Mit der Aktion verspricht sich die Kfz-Innung, Auszubildende von morgen an Land zu ziehen.

Russ ermunterte die 14-bis 15-Jährigen, kreativ an die Aufgabe heranzugehen: „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, betonte er. Wer auf dem Siegertreppchen landen möchte, benötigt eine E-Rennkiste, die durch Beschleunigung und Geschwindigkeit punktet sowie mit Design und technischer Ausführung besticht. Die Rennfahrer müssen Teammitglied und 14 bis 16 Jahre alt sein. Ob drei, vier oder fünf Räder – hier lässt die Innung den Schülern jegliche Freiheit. Das gilt auch für die Basis der Rennkiste. Das kann ein Fahrrad genauso sein wie ein Rollstuhl oder gar ein Rollator, wie Russ augenzwinkernd sagte. Beweisen müssen sich die selbstgebauten Flitzer beim Geradeausfahren, in einem Slalom-Parcours und in einem Rennen, dessen Austragungsort noch nicht genau feststeht.

Folgenden Tipp hatte Hansjörg Russ für die Teilnehmer parat: „Es geht darum Druck auf die Straße zu bringen.“ Der Prototyp, den er an zwei Samstagen mit seinem Sohn gebaut hat, ist dreirädrig und mit Fahrrad-Scheibenbremsen ausgestattet. Am Tag des Handwerks hatte der Kirchheimer Landtagsabgeordnete und Grünen-Fraktionsvorsitzende, Andreas Schwarz, kürzlich Gelegenheit, damit durch Kirchheims Innenstadt zu kurven.

Erich Merkle, Rektor der Lenninger Grund- und Werkrealschule, bezeichnete den Wettbewerb als reizvolle Aufgabe. „Ein besseres Projekt gibt es nicht. Das passt super in unser Profil rein, auch hinsichtlich der Berufsorientierung“, so sein Urteil. Zusammenarbeiten will die Schule in Oberlenningen bei dem Vorhaben mit dem Männerstammtisch „50 Plus“ des Vereins „Unser Netz“. Schon mehrmals haben Mitglieder des Teams mit der Lenninger Werkrealschule auf Betreiben von Werner Schulmeyer, langjähriger Kopf des Stammtischs, technische Projekte auf die Beine gestellt. So entstanden beispielsweise Modelle von V8-Motoren, und im vergangenen Schuljahr wurden kleine Wimshurst-Maschinen gebaut. Joachim Maier, Lehrer der Rennkisten AG, setzt auf seine technisch versierten und hochmotivierten Schülerinnen und Schüler. Die machten sich gestern bereits Gedanken über die Bereifung und das Verhalten einer Rennkiste bei Nässe.

Info

Bislang haben sich sechs Schulen bei der Kfz-Innung beworben. Neben der Lenninger Werkrealschule auch die Freihof-Realschule und die Teck-Realschule aus Kirchheim, die Realschule Wühle aus Weilheim, die Nürtinger Neckar Realschule sowie die Wendlinger Ludwig-Uhland-Schule. Die Innung freut sich über weitere Teilnehmer. Nähere Infos gibt es im Internet unter der Adresse www.e-rennkiste.de. Die ausgelobten Preisgelder betragen insgesamt 2 000 Euro.

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